Gods of Risk (von James S. A. Corey)

David Draper arbeitet daran, seinen Schulabschluss auf dem Mars zu erlangen und ein erfoglreiches Jobangebot im Anschluss zu erhalten. Dabei arbeitet er nach seinen Lernphasen in der Dorgenproduktion für den örtlichen Kriminellen Hutch. Während seiner Arbeit verliebt er sich in dessen Sklavin Leelee. Als diese in Schwierigkeiten gerät, setzt er alle Hebel in Bewegung, um sie zu retten und bringt sich dabei selbst in Gefahr.

„Gods of Risk“ schließt an den zweiten Roman der „Expanse“-Reihe von James S.A. Corey an. Die Novelle greift die Spannungen, die zwischen dem Mars und der Erde herrschen auf. Im Hintergrund hört man immer wieder Nachrichten über die politischen Verwerfungen, die die Ereignisse aus „Caliban’s War“ ausgelöst haben. Außerdem muss Bobby Draper, Davids Tante und eine der Hauptcharaktere des Romans, ihre Trauma verarbeiten und eine neue Rolle in der Mars-Gesellschaft finden, die sie aufgrund ihrer Zusammenarbeit mit dem Mars wohlgesonnen Elementen im Erdmilitär für eine Feindin hält. Das schafft eine interessante Kulisse, die von dem Autor völlig ignoriert wird. Denn die Geschichte soll für sich stehen und nicht nur von den Ereignissen der Hauptserie abhängen. Das ist eine solide Entscheidung. Für Leser der Romane, gibt es ein paar Hintergründe, für alle anderen einfach einen angespannten, von Protesten geprägten Hintergrund der Geschichte.

David lassen die Ereignisse weitgehend kalt. Der Teenager ist auf der einen Seite damit beschäftigt, an seiner Karriere zu feilen. Auf der anderen Seite verstrickt er sich aber immer weiter im Drogenmilieu. Der Charakter ist interessant und seine Ignoranz gegenüber politischen Ereignissen wirkt sehr authentisch. Seine Motivation ins Drogengeschäft einzusteigen bleibt aber völlig unklar. Er ist bereits erfolgreich, seine Familie ist nicht arm und es ist unverständlich, warum er das Geld, das er nicht benötigt, überhaupt haben möchte. Alles deutet darauf hin, dass er vor allem aus Unterforderung und Langeweile an der Entwicklung neuer synthetischer Drogen arbeitet. Das hätte man aber besser thematisieren müssen. Denn ein kluger Mensch wie David müsste sich ja ausmalen können, dass er sich über kurz und lang bei der Drogengeschichte in Gefahr bringen wird.

Verständlicher ist seine jugendliche Begeisterung für Leelee. Sie ist der Hauptgrund dafür, dass sich David mit seinem Boss anlegt und in Lebensgefahr gerät. Das ist spannend und führt zu einer soliden Konfrontation zwischen Hutch und David. Es ist wenig überraschend, dass Davids toughe Tante Bobby ihren Neffen aus der Situation befreit. Immerhin ist der Weg, wie Bobby Leelees Freiheit erzwingt ein eindrucksvolles Statement für die Stärke ihres Charakters. Und außerdem bietet die Geschichte ein realistisches Ende, in dem David erleben muss, dass Leelee seine Gutherzigkeit erkannt und umgehend genutzt hat, um sich selbst zu retten.  Da David diese Erkenntnis selbst entwickelt, wächst er an diesem Ende.  Das ist der gelungenste Teil der ansonsten zwar kurzweiligen, aber weitestgehend unspektakulären Novelle. „Gods of Risk“ ist eine unterhaltsame Geschichte, jedoch sehr konventionell und vorhersehbar erzählt, ohne dass Expanse-Leser wirklich spannende Hintergründe über die Mars-Kultur erhalten. So wie die erste Kurzgeschichte der Serie ist das Werk daher vor allem für große Fans der Reihe lesenswert.

 

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert