Exxus (von Christian Schwarz / Maddrax Band 427)

Mx427Die Renegaten haben es geschafft: Sie haben den Stadtteil Exxus auf Binaar in ein riesiges Raumschiff verwandelt und können sich dadurch der Kontrolle der Friedenswahrer entziehen. Ihr Anführer Mosse misstraute Matt und Aruula, befürchtete die beiden Gefährten würden den Plan der Renegaten an die Friedenswahrer verraten. Aus diesem Grund sorgte er dafür, dass sie zum Start des Raumschiffes nicht im Stadtteil waren. Nur mithilfe des mächtigen One-Roboters gelingt es den beiden in letzter Sekunde an Bord zu gelangen. Dort erwartet sie der nächste Schock: Die Renegaten planen eine jahrhundertelange Reise durch das All an deren Ende sie eine neue Roboterkultur gründen möchten. Für Matt und Aruula ist das keine Option, also planen sie, eine Fähre zu konstruieren, mit der sie sich rechtzeitig von Exxus absetzen können. Inzwischen konnte sich auch der Smythe-Roboter Zugang zu dem Schiff verschaffen und arbeitet daran, ebenfalls Exxus zu verlassen und in seinem Hass plant er natürlich auch, Matt und Aruula entweder zu töten oder auf Exxus zu lassen.

„Exxus“ ist ein schnell erzählter Heftroman mit einem guten Spannungsbogen. Das Setting ist dramatisch: Gelingt es Aruula und Matt nicht, von Exxus zu fliehen, werden sie für Jahrhunderte (die sie natürlich nicht leben werden) mit den Robotern und Cyborgs auf Exxus eingesperrt sein. Das ist eine ordentliche Motivation für die beiden, sich anzustrengen. Außerdem bietet die Folge drei Handlungsebenen, neben Matt und Aruula sind das noch Smythes finstere Pläne und die Versuche eines Friedenswahrer, die Situation zumindest teilweise wieder unter Kontrolle zu bekommen. Das führt zu einem hohen Erzähltempo und einem insgesamt guten Eindruck.

Der Hauptfokus der Geschichte liegt auf Symthe Plan, selbst zu fliehen und Matt und Aruula von der Flucht abzuhalten. Dieser Fokus kann nicht ganz greifen, da die Erzählung immer wieder durch Matts und Aruulas Perspektive unterbrochen wird. Dadurch geht Spannung verloren. Denn während Matt und Aruula noch rätseln, was gerade vor sich geht, weiß der Leser längst, dass Smythe an Bord sein Unwesen treibt. Dies hätte man besser konstruieren können. Immerhin ist Smythes Plan bestechend gut: Mithilfe des (im vorherigen Band überraschend eingeführten) Roboter Zylon gelingt es ihm, zentralen Personen der Renegaten Loyalitätschips einzubauen und sie damit zu kontrollieren. Die Kontrolle über Exxus wandelt sich dadurch allmählich ohne dass Matt und Aruula dies mitbekämen.

Zuletzt versucht Smythe auch die Kontrolle über One zu erlangen. Dies ist nicht ganz abgeschlossen, denn die Loyalitätschips wirken nur bei Cyborgs, sie müssen erst auf Ones Roboterstruktur umgebaut werden. Sollte diese Aktion Smythe jedoch gelingen, dann wird es schwer ihn zu stoppen. „Exxus“ verknüpft damit auf überzeugende Weise die verschiedenen Handlungsstränge des Binaar-Minizyklus und gibt auch den überraschenden Neuzugängen im Finale des Minizyklus einen Sinn. Außerdem endet er mit einem bodenständigen und gerade dadurch sehr überzeugenden Cliffhanger, der die Vorfreude auf den Folgeband hoch hält.

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