Im Netz der Kyberspinne (von Verena Themsen / Die Verbotene Welt 3/4)

pr2814Nach einer Pause versuche ich mit dem Minizyklus „Die falsche Welt“ wieder in das Perry Rhodan-Universum einzusteigen. Einleitende Worte zu diesem Versuch findet man in dem Artikel über den Auftakt der vier Bände: Willkommen im Tamanium.

Atlan und seine Begleiter haben es gegen alle Wahrscheinlichkeiten geschafft, in das Herz des lemurischen Zukunftsimperiums einzudringen. Auf der Erde musste der Unsterbliche das Grab seines Freundes Rhodans besuchen und verfügt nun immerhin mit dem Schiff MUTTER und dem jungen Telexorter Germo Jobst über die notwendigen Mittel, um seine Mission weiterzuverfolgen: Auf dem Erdmond Suen vermutet Atlan ein Richterschiff, mit dem er sein eigenes Schiff reparieren kann. Anschließend muss er daran arbeiten, dass diese Zukunftsversion, in der das atropische Tribunal die gesamte Milchstraße zur Lethargie verdammt hat, verhindern kann.

Der dritte Roman des Minizyklus beginnt mit einer handfesten Enttäuschung. Im vorherigen, schwachen Teil „An Rhodans Grab“ schien es, als ende die Handlung mit einer ernsten Bedrohung für Alan. Minua Lathom, eine Agentin des lemurischen Imperiums gelang es Atlan und MUTTER aufzuspüren. Während sich Germo von seinem letzten Sprung mithilfe der System MUTTERs erholte, hätte die Agentin alle Möglichkeiten gehabt, die Eindringlinge zu stoppen. In der Fortsetzung stellt sich nun heraus, dass Lathom zwar den Ort identifiziert hat, aber das Schiff nicht von anderen Schiffen unterscheiden kann. Das ist aber nicht die einzige Schwäche Lathoms: Im Verlauf dieses Romans fällt sie immer wieder Fehlentscheidungen, die einen ernsthaft an ihren Qualitäten zweifeln lassen. Mit solche einem schwachen Gegner ist es kein Wunder, dass Atlan und seine Begleiter stümperhaft durch das Herz des Imperiums streifen können. Leider wirkt das im Gesamtbild äußerst unrealistisch.

Ein zweites Ärgernis des Romans sind die eingestreuten Szenen der Haluter. Von diesem Volk sind in dieser Zukunftsversion gerade einmal 95 Lebewesen übrig geblieben. Sie werden mithilfe eines Computersystems ausgenutzt und kämpfen in einer Scheinwelt um ihr Überleben. Deshalb werden zu Beginn eines jeden Kapitels Kampfszenen dieser virtuellen Welt beschrieben. Die Szenen führen zu einer klitzekleinen Bedrohung am Ende des Heftes. Diese Erkenntnis ist der Platz, der dafür verbraucht wird, aber nicht wert. Diese Sub-Handlung erscheint insgesamt wie ein Versuch, das Heft mit irgendetwas zu füllen.

Die Haupthandlung um Atlan und seine Begleiter ist solide geschildert, bietet jedoch wenig Höhepunkte. Die Gruppe besucht zwei Museen auf Suen und erfährt so mehr über den Aufenthalt des Richterschiffes. Das unterhält einigermaßen, weist aber keinen Höhepunkt auf. Vor allem angesichts der Tatsache, dass dies bereits der dritte von vier Bänden einer Minihandlung ist, erscheint dies sehr enttäuschend. Denn noch immer haben Atlan und seine Begleiter keine Ahnung wie sie die benötigten Ersatzteile zum Beispiel aus dem lemurischen System zu ihrem Richterschiff bringen sollen. Eine Ahnung, wie diese Zukunftsversion verhindert beziehungsweise rückgängig gemacht werden könnte, haben sie ebenfalls nicht. Auch die Andeutungen des vorherigen Romans zu einem Bündnis der Richter mit anderen früheren Gegenspielern Rhodans und Atlas werden nicht wieder aufgegriffen. Und so lassen Autorin und Redaktion diesen dritten Band verstreichen ohne das etwas nennenswertes zur Handlung beigetragen wird oder der Leser zumindest mit einer spannenden Geschichte (inklusive interessanter Antagonisten) vertröstet wird.

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