Obama Wins! (South Park)

Cartman besucht am Wahltag alle Swing States. Mit einem billigen Trick gelingt es ihm, viele Urnen mit vermeintlichen Stimmen für Mitt Romney zu stehlen. Stolz zeigt er dies Kyle. Der versucht daraufhin alles, um die Stimmen auszählen zu lassen. Doch Cartman hat sie längst an die Chinesen verkauft. Die haben Obama nämlich den Sieg garantiert, im Austausch dafür wollen sie die Filmrechte an „Star Wars“, die Disney in der vergangenen Woche erworben hat.

Der Trick, den Cartman bei seinem Diebstahl verwendet, ist nicht lustig. Dennoch wird er vier Mal wiederholt. Das ist langweilig. Dazwischen macht sich Cartman mehrfach über einen Spruch im Flugzeug lustig. Das ist einmal witzig, drei Mal nicht. Kyles Entdeckung der Wahlurnen verläuft vorhersehbar. Sowohl seine Entrüstung, als auch Cartmans Plan, der Polizei zu entkommen. Der Start des Finales der 16. „South Park“-Staffel ist daher nicht sehr lustig.

Einen kleinen Höhepunkt erreicht die Folge als Kyle Butters verhört, um Informationen über Cartmans Plan zu erhalten. Butters Ausweichplan, sich mithilfe eines M&Ms, auf das er allergisch reagiert, ins Krankenhaus zu befördern, ist ulkig. Doch das hält nur einen kleinen Moment an. Danach erfährt der Zuschauer bereits, dass Obama einen Deal mit den Chinesen geschlossen hat. Das nimmt zwar ein typisches republikanisches Vorurteil aufs Korn, ist hier aber keineswegs witzig inszeniert. Die Enthüllung hätte deutlich komischer sein können.

Immerhin nimmt die Episode aber der Hälfte eine Wendung ins Absurde. Das haben die vorherigen Folgen der 16. Staffel (mit Ausnahme der dennoch misslungenen Hawaii-Folge) kaum versucht. Die Absurdität wird jedoch hauptsächlich durch das Auftreten Mickey Mouses als Vertreter Disneys erreicht. Das ist jedoch keinesfalls eine neue Idee, bereits in vorherigen „South Park“-Folgen tauchte der piepsige Mickey als kaltherziger Bösewicht auf. Hier wird er mit einigen deutlichen Imperiums-Assoziationen unterlegt, was aber allenfalls ein Schmunzeln hervorlocken kann.

Die vielleicht gelungenste Idee der Episode ist das Versteck der Wahlurnen. Cartman lässt sie schlicht bei einem Autohändler liegen, der seit dem Beginn der Krise 2008 kein einziges Auto mehr verkauft hat. Dort sind die Stimmen sicher, nur Kyles Scharfsinn ist es zu verdanken, dass sie gefunden werden.

Am Ende nimmt alles eine recht gute Wendung. Die Chinesen wollten „Star Wars“ nur beschützen, Obama ist ja keine schlechte Wahl, also verbrennen alle die Stimmen für Romney. „Star Wars“ ist sicher, Obama Präsident und Romney und die Demokratie betrogen. Das ist absurd, aber nicht besonders komisch. Dafür hätte man sich entweder wirkliche Witze, die über das Auftreten von Mickey Mouse im Raumschiff Boba Fetts hinausgehen, oder aber eine noch abgedrehter Handlung ausdenken müssen.

„Obama Wins!“ symbolisiert daher ganz gut, die etwas lahme 16. Staffel. Gerade in der zweiten Hälfte gab es kaum erinnerungswürdige Episoden. Bis auf die gelungenen Folgen „Butterballs“ und „Cash For Gold“ kann man die Staffel getrost vergessen. Stattdessen sollte man lieber auf der deutschen Homepage der Serie, wo man alle Folgen der Serie kostenlos ansehen kann, die Episode nach Obamas erster Wahl angucken. Die hatte deutlich mehr Biss als „Obama Wins!“

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