Cash for gold (South Park)

Stan bekommt von seinem Opa eine Brosche im Wert von 6 000 Dollar geschenkt. Stan ist gar nicht begeistert, er trägt ungern Broschen. Seine Freunde geben ihm den Rat, die Brosche bei „Cash for Gold“ umzutauschen. Doch dort würde er maximal 15$ erhalten. Während Stan, Kyle und Kenny sich sofort auf die Spur der „Cash for Gold“-Mafia begeben, erkennt Cartman, dass dies die Golderstellungsformel ist, nach der die Alchemisten jahrhundertelang gesucht haben.

Diese Folge hat nur einen Handlungsstrang. Der ist an einigen Stellen recht lustig, großartige Lacher sind jedoch nicht dabei. Denn das Thema ist zu ernst, um laut zu lachen. „Cash for Gold“ greift zunächst die Leichtgläubigkeit der Kunden auf, die Fernsehshoppingkanäle erst das Überleben ermöglichen. Nicht umsonst existieren auch in Deutschland mehrere solcher Kanäle. Es muss Menschen geben, die dort kaufen. Dass die angepriesenen Schnäppchen selten Schnäppchen sind, versteht sich von selbst. Die Serie stellt vor allem alte Menschen als Opfer dar. Das mag etwas unangemessen sein. Doch wird dieses Vorurteil dadurch abgemildert, dass die alten Menschen lediglich ihren Familien einen Gefallen tun möchten.

Der wirklich abstruse Teil beginnt bei der Verschwörung, die sich hinter dem Shopping-Kanal versteckt. Der Schmuck wird billigt in Indien zusammengesetzt. Dann wird er über die Fernsehkanäle verkauft und von den alten Käufern an jüngere verschenkt. Die können damit nichts anfangen und verscherbeln die Geschenke für einen Spottpreis bei „Cash for Gold“-Geschäften. Dort werden die Edelsteine herausgenommen, das Gold eingeschmolzen und die Originalrohmasse nach Indien verfrachtet. Der Prozess geht dort von vorne los. So läuft das Geschäft in Wirklichkeit nicht ab.

Doch ist diese Kausalkette beispielhaft für andere Produkte. Vieles, was wir kaufen, wird günstig hergestellt und dann bei uns als (eigentlich teures) Schnäppchen angepriesen. Wir kaufen es, obwohl wir es gar nicht brauchen. Dass dabei Menschen ausgebeutet werden, über die wir noch schimpfen, weil sie uns vermeintlich Arbeitsplätze wegnehmen, bemerkt kaum jemand. Daher ist es eine gute Idee, dass South Park darauf hinweist. Fast schon kitschig ist das Ende. Denn Stan lernt, dass er seinen Opa ganz einfach durch etwas Aufmerksamkeit davon abbringen kann, ihm ständig unnützen und teuren Kram zu schenken. Bevor die Episode jedoch einen kitschigen Schluss erhält, wird der Moderator des Shoppingkanals, der in der Folge verwendet wird, noch brutal getötet. Sonst wäre es ja keine normale „South Park“-Folge.

„Cash for Gold“ ist eine eher nachdenkliche Folge, die auf die oft vergessene Problematik von Ausbeutung in Entwicklungsländern und vernachlässigter alter Menschen hinweist. Die Themen sind so ernst, dass auch „South Park“ keine großen Witze damit machen kann. So muss man sich mit einer immerhin abstrusen Story und der im Ansatz witzigen aber viel zu kurzen Cartman-Handlung zufrieden geben.

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