Antoni/Karge: Brecht (im Berliner Ensemble)

Ein Abend mit Brecht-Liedern, -Balladen und -Zitaten. Präsentiert von zwei langjährigen Schauspielern. Das klingt vergnüglich und ist es auch. Dabei kommt dem Programm zugute, dass die ausgewählten Werke nicht zu Brechts bekanntesten gehören. Auf diese Weise lernt man Lieder des Künstlers kennen, die ansonsten auf Bühnen und Platten selten vorkommen.

Es gibt eine lose Rahmenhandlung, die sich um die Beziehung der beiden Schauspieler zueinander dreht. Hier will der Funke nicht richtig rüberspringen. Ein Eingangsstück, das von Band abgespielt wird, ist gut gesprochen. Und es ist eine gute Idee, offen zu legen, wie sich die Antoni und Karge kennengelernt haben. Aber – und das gilt auch für die anderen Zwischentexte – es wirkt nicht so spontant wie es wirken sollte. Stattdessen merkt man, dass alles geplant ist. Das ist nicht verwunderlich, aber das Whiskey trinken wirkt genau so gewollt wie das Protestieren darüber, ein bestimmtes Lied singen zu müssen (was im Programm bereits angekündigt ist). In solchen Fällen hätte man das Beiwerk auch einfach weglassen können.

Die Auswahl an Liedern ist meistens unterhaltsam. Erst gegen Ende wirken sieben, rasch heruntergeratterte Geschichten von Herrn Keuner etwas lieblos. Vorher aber arbeiten Antoni und Karge einen kritischen, politischen und dabei aber doch unterhaltsameren, revueartigen Brecht heraus. Das sorgt für unterhaltsame 75 Minuten.

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