Mutter Courage und ihre Kinder

Im 30-jährigen Krieg zieht Mutter Courage mit ihren Kindern durch Deutschland. Sie profitiert von dem Krieg, indem sie knappe Waren anbietet. Doch der Krieg nimmt ihr nacheinander ihre Kinder.

Die Inszenierung im Theater am Schiffbauerdamm überzeugt mit einer klassischen Herangehensweise an das Stück. Der Wagen, mit dem die Courage ihre Waren transportiert, bildet das Kernstück des Bühnenaufbau. Gleichzeitig verdeutlicht er die Last, die Courage mit sich trägt. Zu Beginn ist das wenig, denn sie hat drei Kinder, die den Wagen ziehen. Zum Schluss muss sie den Wagen alleine ziehen.

Courage ist keine positive Heldin. Sie bereichert sich an dem Leid anderer. An einigen Stellen missfällt es ihr sogar, dass der Krieg zu Ende sein könnte. Denn damit würden sie ihre Einnahmemöglichkeiten verlieren. Im Laufe des Stückes wird sie – zumindest in dieser Inszenierung – immer trinkfreudiger.

Die Inszenierung behält zudem den Aufbau in Bildern bei. Das ist manchmal etwas gewöhnungsbedürftig. Denn einige Bilder sind arg kurz ausgefallen, sodass das häufige Ausblenden, das regelmäßig durch hektisches Räumen verbunden ist, unangenehm auffällt. Andererseits erinnert man sich so, ganz im Sinne Brechts, dass man sich im Theater befindet.

Das Stück dreht sich darum, dass die „kleinen Leute“ von einem Krieg nicht profitieren können. Courage schlägt sich zunächst ganz gut. Doch der Krieg nimmt ihr zunächst die Kinder und mit den Kindern sinken auch die Einnahmen. Diese Aussage und der Niedergang der Courage werden durch die Inszenierung gut und beklemmend dargestellt.

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