Die Stadt der Drachen (von Sascha Vennemann / Maddrax Band 495)

San Francisco hat ein weiteres Problem. Das Ende der Welt steht durch den Absturz des Mondes bevor. Es ist noch unklar, ob Matt und seine Gefährten dies mithilfe von Wurmlöchern aufhalten können. Doch nun haben Erdbeben dafür gesorgt, dass Lavadrachen in die Nähe der Stadt gelangt sind. Unbeirrbar greifen die Drachen zentrale Punkte der Stadt an. Während die Bewohner San Franciscos in der Oase der Hundert die Verteidigung organisieren, macht sich ein Suchtrupp auf den Weg, die Herkunft der Lavadrachen zu erforschen.

Wie in die vorherige Episode funktioniert auch „Die Stadt der Drachen“ ohne einen der „Stars“ der Serie. Das Protagonistenensemble ist sympathisch, die Erinnerung an die einzelnen Heldentaten sind rasch wieder präsent, obwohl die Ereignisse mittlerweile viele Hefte zurückliegen. Die Bedrohung durch die Drachen ist gleichzeitig skurril und rasch nachvollziehbar. Die Verteidigung gegen die Drachen ist aufgrund deren kühler, animalischer Brutalität sehr spannend. Allerdings fällt auf, dass es keinerlei Diskussion gibt, wie man die Drachen ohne Waffengewalt beikommen könnte. So wird die Option, die Drachen irgendwie von San Francisco wegzulocken, nicht einmal diskutiert. Das ist schade, denn nach einer durchaus gelungen, weil schaurig-dichten Beschreibung der Angst der Bewohner während der Drachenangriffe, Auftaktsequenz geht der Hauptteil der Handlung in wildes Geballer auf die Drachen mit den verschiedensten Waffen über. Das ist weniger überzeugend als der gelungene Start.

Die Suche nach der Herkunft der Lavadrachen ist hingegen deutlich gelungener. Hier erlebt man aus der Sicht einer Hydriten-Menschen Frau die Vorurteile der Landbevölkerung. Dieser post-apokalyptische Stadt-Land Unterschied ist sehr interessant. Außerdem gelingt es Vennemann auch hier eine Reihe überzeugender und intensiver Momente mit Drachenbeteiligung zu schaffen, die die Spannung hochhalten.

Das Heft endet mit einem Cliffhanger. Es ist jedoch fraglich, ob es für diese Geschichte wirklich eines Zweiteilers bedurfte. Die Handlung in „Die Stadt der Drachen“ ist zwar recht gefällig und das Tempo solide, viele Motive, vor allem die Drachenangriffe, wiederholen sich jedoch. Angesichts der Tatsache, dass der 100-bändige Friedenswahrer-Zyklus kurz vor dem Abschluss steht und es eine Reihe interessanter(er) und spannender(er) Handlungsorte gibt, ist die Entscheidung so viel Zeit und Raum auf einen Nebenschauplatz zu verlagern, merkwürdig.

„Die Stadt der Drachen“ ist spannend und wartet mit funktionierenden Charakteren und vor allem einem überzeugenden, weil atmosphärisch dichten Roadtrip durch das Umland San Franciscos auf. Die endgültige Bewertung des inhaltlich dann doch recht dünnen Romans hängt davon ab, welche Überraschungen und inhaltliche Wendungen die Fortsetzung mit sich bringt.

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