Welt ohne Hoffnung (von Jana Paradigi)

Der Mond droht weiterhin auf die Erde zu stürzen. Da die Evakuierung in das System der Initiatoren nach der Zerstörung des Wurmlochs nicht mehr möglich ist, müssen andere Lösungen gefunden werden. Einige Menschen könnten in die unterirdischen Städte der Hydriten evakuiert werden. Quar’tol und Starnpazz machen sich auf den Weg, die Hydriten davon zu überzeugen. Auf dem Mars versucht Präsident Gonzales derweil eine autonome Mutantencommunity, die sich seiner Herrschaft widersetzt zu zerstören.

Es ist interessant, nach langer Zeit zu erfahren, wie es auf der Erde weitergeht. Die Handlung um die Hydritenstadt ist gut konstruiert. Die oberste wurde einst als junge Botschafterin von einer menschlichen Siedlung düpiert und trägt diesen Groll noch immer mit sich herum. Nun benötigt die Menschheit ihre Hilfe und sie verwehrt sie. Es ist eine schöne Parabel darüber wie eine unterlassene Hilfeleistung Jahrzehnte später negative Folgen haben kann. Außerdem haben Starnpazz und Quar’tol eine Reihe Schwierigkeiten zu überwinden, bevor sie überhaupt ohne technische Hilfsmittel die Unterwasserstadt erreichen können. Beides liest sich gefällig, baut aber kaum Spannung auf.

Die Handlung auf dem Mars ist deutlich dramatischer. Präsident Gonzales versucht die neu entstandenen Mutantengemeinschaft zu zerstören. Seine Methoden werden dabei noch etwas radikaler als zuvor. Es ist verwunderlich, dass die Marsianer seine Terrorherrschaft überhaupt noch akzeptieren. Bisher erschien die Gesellschaft des Mars aufgeklärt genug, sich nicht von Menschen wie Gonzales verführen zu lassen. Obwohl diese Radikalisierung des Mars etwas unglaubwürdig ist, gelingt es Paradigi einen überzeugenden Spannungsbogen herauszuarbeiten. Die Auflösung am Ende ist leider wenig überraschend: Wang’kul greift ein und verhindert einen Konflikt. Nach dem vorherigen Roman auf dem Mars war dies vorhersehbar.

„Welt ohne Hoffnung“ bietet daher zwei vorhersehbare Handlungsstränge, die zusammen wenig Spannung aufbauen. Beide Abenteuer sind allerdings gefällig geschrieben und bieten Einblicke in die Vorgänger auf der Erde und dem Mars. Nach vielen Abenteuern im fernen System der Initiatoren ist das eine solide Abwechslung.

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