Die kalte Sonne (von Manfred Weinland / Maddrax Band 484)

Die Pancinowa schützen ihre Heimat, indem sie alle ihr System durch Wurmlöcher erreichenden Besucher in eine Hohlwelt verbannen. Die meisten Aliens finden sich damit ab, hier das Ende ihres Lebens zu verbringen. Matt und Aruula können sich damit nicht abfinden, immerhin müssen sie die Erde vor der Vernichtung bewahren. Mithilfe der Hinterlassenschaft eines von den Pancinowa getöteten Propheten erhalten sie die notwendigen Hinweise, um das Geheimnis der Hohlwelt zu entschlüsseln. Doch die Pancinowa sind ihnen auf der Spur. Es gilt daher möglichst rasch, Schutz hinter den vielen Völkern der Hohlwelt zu finden, die ebenfalls ihre Freiheit zurückerlangen möchten.

„Die kalte Sonne“ ist ein gelungener Höhepunkt des Hohlwelt-Abschnitts. In den vergangenen Heften haben Matt und Aruula die beeindruckende Vielfalt der Hohlwelt kennengelernt. Dadurch wurde der Leser mit vielen verschiedenen Völkern vertraut und erhielt ein eindringliches Bild dieses interessanten Biotops. Nun sind Matt und Aruula auf der Flucht und können auf ihre vielen Kontakte bauen. Mithilfe eines Volkes, das mit Informationen handelt, erhalten sie die notwendigen Hinweise, um die Hinterlassenschaften des Propheten zu entschlüsseln. Das allein reicht aber noch nicht aus: Sie organisieren zudem den Widerstand gegen die Pancinowa. Das erscheint dank der gründlichen Vorarbeite der vorherigen Hefte sehr plausibel und ist spannend inszeniert. Denn die winzigen Drohnen der Pancinowa sind überall und dank ihrer Wurmlochtechnologie können die Herren der Hohlwelt jederzeit überall auftauchen.

Bei der Entschlüsselung stoßen Matt und Aruula auf einen weiteren, verschrobenen Gefährten. Der ist überraschend fremdartig und gleichzeitig überzeugend beschrieben. Er gibt der Folge trotz dem ernsten, hektischen Themas eine locker-leichte Note. Auch das hier gelüftete Schicksal Scypranas erscheint zunächst überzeugend aufgelöst. Sie wurde den blauen Kindern entrissen, um Matt und Aruula unter Druck zu setzen. Dann wird sie jedoch auf die Heimatwelt der Pancinowa geschickt, um sie dort festzuhalten. Warum hat man nicht einmal versucht, Matt und Aruula mit ihr unter Druck zu setzen?

Sowieso ist die direkte Konfrontation mit den Pancinowa der unbefriedigendste Teil dieser Episode. Auf der einen Seite geben die Herren der Hohlwelt zu rasch nach. Sie versprechen, alle Völker zurück zu schicken, solange diese gewarnt werden, nie wieder zurück zu kehren. Das geringe Maß an Widerstand ist überraschend. Noch überraschender ist aber Matts Naivität. An einem Moment glaubt er der Beteuerung, die Pancinowa seien ein ziviles Volk, das sich von Folter verabschiedet habe. Das mag sein, es ist aber auch ein Volk, das Unruhestifter in der Sphäre mal eben erschießt. Die Aussage einer friedlichen Gesellschaft ist eine glatte Lüge und Matt müsste das wissen. Diese Bereitschaft, mit den Pancinowa trotz ihrer Grausamkeit zusammenzuarbeiten, wirkt unglaubwürdig.

Abgesehen von diesem Ende ist „Die kalte Sonne“ aber ein sehr gelungener Mix aus spannenden Verfolgungsjagden, interessanter Rätselarbeit und erfolgreichem Suchen nach Lösungen.

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