Das Geisterdorf (von Ian Rolf Hill / Maddrax Band 464)

Neues Ungemach auf Novis: Nachdem es Aruula gelungen ist, den Konflikt zwischen den Friedenswahrern und den Siliziern, den Gesteinswesen des Planeten, zu schlichten, verschwinden wieder Initiatoren. Aruula und Xaana untersuchen die Situation, um auszuschließen, dass die Silizier den Waffenstillstand gebrochen haben. Tatsächlich liegt der Grund der Angriffe in den internen Konflikten zwischen den verschiedenen Friedenswahrer Fraktionen. Nachdem die den Menschen freundlich gesinnten Kontras beinahe besiegt schienen, schöpfen sie durch die Wahl eines neuen Führers der Friedenswahrer neue Hoffnung. Das macht sie mutiger und lässt sie einen ambitionierten Plan starten, um das Verhängnis der Menschen auf Novis aufzuhalten.

Nach vielen Folgen auf der Erde, ist es gut, dass die Handlung wieder in das System der Friedenswahrer zurückschaltet. Dieser Erzählstrang lebt von dem Konflikt zwischen den Friedenswahrern und den von ihnen abgespalteten Kontras. Aruula und Xaana sind sich dieser Auseinandersetzung gar nicht bewusst. Dabei geht es um die Zukunft der Menschheit. Während die beiden Frauen glauben, die Friedenswahrer möchten die Menschheit vor der nahenden Apokalypse auf der Erde retten, geht es den Außerirdischen stattdessen darum die Gehirne der Menschen zur Energieerzeugung zu verwenden. Die Kontras finden dies unethisch. In der letzten Folge auf Novis kam die Handlung enien entscheidenden Schritt voran: Die Silizier legten Aruulas Erinnerung an ihre Entdeckung auf Messis frei. Um die Menschen zur Kooperation zu bewegen, unterdrückten die Friedenswahrer die Erinnerungen an die grausamen Enthauptungen auf Messis. In dieser Folge stellt sich jedoch heraus, dass Aruula (noch) nichts mit diesen Erinnerungen anfangen kann und sie für Albträume hält.

Mit dem Wiedererstarken der Kontras gäbe es in dieser Folge nun die Möglichkeit, dass die beiden Frauen über die wahren Motive der Friedenswahrer aufgeklärt werden. Tatsächlich dreht sich ein Großteil des Romans um diese Chance. Die Kontras setzen agressive Pflanzen von Botan auf Novis frei. Für Aruula und Xaana entbrennt dabei ein Kampf ums Überleben und nur der Leser weiß, dass in dem Kampf um den Kontakt mit den Kontras auch ein Kampf um das Überleben der Menschheit entbrannt ist. Am Ende wiederholt sich jedoch das Schema aller Novis-Romane im derzeitigen Zyklus: Kurz bevor die Kontras die Menschen über die Pläne der Friedenswahrer aufklären können, werden sie heimtückisch aus dem Hinterhalt erschossen. Das hat man mittlerweile mehrfach gelesen und es überzeugt nicht mehr wirklich.

In ihrer Not müssten die Kontras ihre Pläne überdenken und besonders vorsichtig agieren. Ihre amateurhaften Versuche, die Entwicklungen auf Novis aufzuhalten, sind kaum mehr glaubwürdig. Während die Auseinandersetzung mit den agressiven Pflanzen durchaus spannend zu lesen ist, enttäuscht die Einbettung der Episode in die Haupthandlung. Angesichts der vielen Erzählungen auf der vom Untergang bedrohten Erde stellt sich die Frage, ob die Novis-Erzählebene für die Zyklushandlung überhaupt noch wichtig ist. Der Leser hat bei den hier spielenden Episoden immer einen Informationsvorsprung und die Autoren scheinen nicht gewillt zu sein, diesen oft die Spannung hemmenden Vorsprung abbauen zu wollen.

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