Der dunkle Fluss (von Mia Zorn / Maddrax Band 406)

Mx 406Matt und Aruula verhindern in Toxx einen Diebstahl. Rasch müssen sie jedoch feststellen, dass auch dieser Zwischenfall nur inszeniert war. Der Bruder einer der Rebellen, die aufgrund von Matt und Aruulas unüberlegtem Handeln von den Friedenswahrern bestraft wurden, fordert Wiedergutmachung. Er erhofft sich von Smaragden in den Höhlen eines Flusses ein einträgliches Geschäft. Da Matt in dem Fluss eine Abkürzung in Richtung Stadtzentrum vermutet, geht er auf das Angebot ein – obwohl ihm und Aruula bereits schwant, dass auf dem Weg Gefahren lauern. Unverhofft treffen sie auf der Reise zu dem Fluss Arth Wab Habi, den Händler, der lange Zeit mit der von Matt und Aruula gesuchten Xaana reiste.

„Der dunkle Fluss“ reiht sich nahtlos in den Aufbau der vorherigen sechs Bände des neuen Zyklus ein. Das Setting ist spannend, eine reale Bedrohung ist gegeben und dennoch gelingt es der Autorin nicht, diese Möglichkeiten wirklich auszunutzen. Das liegt erstens an dem Aufbau der Geschichte. Wieder einmal dauert es beinahe bis zum Ende, bis die Gefahrensituation überhaupt akut wird. Bis dahin reisen Matt und Aruula unbeschwert durch Toxx. Zweitens wird die Gefahr lediglich oberflächlich beleuchtet. In diesem Fall bemüht sich Mia Zorn sogar die Kultur der Echsenwesen in der Höhle vorzustellen und präsentiert eine unterhaltsame Frauenrevolte. Daraus folgt jedoch nichts, sodass dieser Absatz völlig im Leerraum steht. Denn die Konfrontation besteht drittens einzig und allein aus wilden Kämpfen. Hier hätte man die Vorarbeit nutzen können und das Problem nicht nur kurz abhacken, sondern tiefgehend behandeln können. Dafür aber müsste man sich für die Echsenwesen tatsächlich interessieren und entweder die Geschichte nicht mit mehreren Handlungen überladen oder ihr einen Zweiteiler gönnen.

So erzählt „Der dunkle Fluss“ nämlich weder eine überzeugende Einzelgeschichte noch bringt der Roman die Gesamthandlung voran. Matt und Aruula wissen nun zwar, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Sie kommen aber nicht dazu, weitere Fragen zu stellen. Warum benötigen die mächtigen Friedenswahrer Handlanger wie Arth Wab Habi? Und warum haben diese alles beherrschenden Wesen keinen Einfluss auf die Vorgänge in dem Fluss? Dass die Friedenswahrer keine allmächtigen Herrscher sind, zeigt sich auch darin, dass die Schwirrer, die Hochwürdens Spione benutzen, nicht von der Vergessensstrahlung übersetzt werden können. Wie in dem Bergwerk Az’kAhl scheint es einheimische Spezies auf Toxx zu geben, die nicht gänzlich der Macht der Friedenswahrer unterliegen.

Der Inhalt dieses Heftromans hat vielleicht das größte inhaltliche Potential des noch jungen Zyklus. Allerdings wirkt die Handlung des Romans überfrachtet: Die Erzählung kann sich weder auf ihren inhaltlichen Kern konzentrieren, noch bringt sie die übergeordnete Handlung voran. Dadurch werden weder die interessanten Echsenwesen noch der Trödler Art Wab Habi ausreichend beleuchtet. Das ist am Ende leider sehr enttäuschend.

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