Prüfungen (Next Generation Folge 19)

Während Wesley Crusher sich einem Test zur Aufnahme in die Sternenflottenakademie unterzieht, wird auch die Enterprise-Besatzung geprüft. Lieutenant Commander Remmick untersucht die Arbeit der Crew, von Admiral Quinn ist er mit einer Art Generalvollmacht ausgestattet. Remmick geht ausgesprochen hart in seinen Untersuchungen vor, alle Offiziere fühlen sich verdächtigt. Rasch merkt man jedoch, dass Remmick sich auf Fehler von Captain Picard konzentriert. Letztlich gelingt es Remmick nicht, Picard eine Fehlleistung zu attestieren. Bei der Präsentation des Abschlussberichts stellt sich heraus, dass Quinn Picards Eignung zum Admiral prüfen wollte. Quinn vermutet eine Verschwörung innerhalb der Föderation und möchte vertrauenswürdige Leute an seiner Seite wissen. Picard lehnt die Beförderung jedoch ab.
Wesley sieht sich äußerst intelligenten Bewerbern gegenüber. Es gelingt ihm jedoch, zu allen ein freundschaftliches Verhältnis aufzubauen. Obwohl Wesley bei allen Tests überzeugen kann, wird er knapp nicht aufgenommen. Aufgrund seiner freundschaftlichen Bindung zu dem siegenden Kandidaten, kann Wesley damit leben.

Kritik:
„Prüfungen“ ist eine sehr dynamische Folge. Die beiden Handlungen nehmen etwa gleich viel Raum ein. Sie eignen sich beide nicht, um eine ganze Episode zu füllen, für eine halbe sind sie jedoch beinahe zu umfangreich. Dadurch entsteht ein hohes Tempo, was bei einigen der vorherigen Folgen fehlte.

Das harte Vorgehen Remmicks verwundert. Sofort hat man das Gefühl, dass irgendetwas in der Sternenflotte nicht stimmen kann, wenn eine Untersuchung so geführt wird. Die Reaktionen aller Crewmitglieder, die Remmick befragt, sind äußerst überzeugend. Die Loyalität, die alle Offiziere Picard gegenüber zeigen, wirkt glaubwürdig.

Remmicks wahre Motivation bleibt glücklicherweise lange verborgen. Zunächst scheint es, als könne er es auf Riker abgesehen haben. In dem Gespräch mit dem ersten Offizier wird aber das wahre Ziel, Picard, ersichtlich. Letztlich ist es aber verwunderlich, dass Admiral Quinn Picard gerne zu einem Kollegen erheben möchte. Die Verschwörung ist auf der einen Seite eine spannende Idee. Andererseits ist es merkwürdig, dass Picard, der vor nicht einmal einem Jahr das Kommando über die Enterprise angetreten hat, bereits zum Admiral befördert werden soll. In der kurzen Zeit ist – wie Remmicks Fragen zu vorherigen Ereignissen in der Serie dem Zuschauer ins Gedächtnis rufen – zwar viel geschehen, besonders einzigartige Leistungen hat Picard aber noch nicht erbracht.

Es ist daher kein Versäumnis der Handlung, dass Picards Motivation für das Ablehnen des Admiraltitels nicht behandelt wird. Er selbst findet sich gerade erst in seiner Rolle als Captain zurecht, arrangiert sich mit seiner Crew. Ein Wechsel wäre zu früh.

Die Handlung um Wesley Crusher ist rundum gelungen. Von vier Bewerbern kann lediglich einer ausgewählt werden. Die Handlung zeigt also eine eindeutige Wettbewerbssituation. Dennoch entstehen keine Konkurrenzspannungen zwischen den Teilnehmern. Stattdessen arbeiten die vier Bewerber zusammen und freuen sich am Ende für den siegreichen Kandidaten. Hier zeigt sich sehr gut, wie sehr sich die gesellschaftlichen Verhältnisse im 24. Jahrhundert verändert haben.

„Prüfungen“ hat keine krachende, laute Haupthandlung. Stattdessen werden hier zwei überzeugende, kleine Handlungsstränge zu einer sehr guten und stimmigen Episode zusammengeführt. 4 von 5 Punkten.

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