A Song of Ass and Fire (South Park)

„A Song of Ass and Fire“ setzt die Handlung der vorherigen Episode nahtlos fort. Das Tempo wirkt in diesem zweiten Teil deutlich gedrosselt, vor allem da man die Witze über die Rabattsucht der Menschen bereits aus dem Vorgänger kennt. Auch die „geheimen“ Unterredungen Cartmans mit seinen Anhängern sowie der Krieg zwischen Sony und Microsoft ist bereits aus dem ersten Teil bekannt.

Es wirkt daher zunächst etwas enttäuschend, dass bereits bekannte Gags wiederholt werden und die Episode bis auf den Cliffhanger nichts Substanzielles bietet. Dabei hätte die Geschichte durchaus Potential zu mehr. Man hätte sich schlicht den dritten Teil sparen können, dann wäre auch „A Song of Ass and Fire“ eine temporeiche Episode gewesen.

Doch damit wäre der Hauptkritik der Episode der Wind aus den Segeln genommen. Die ganze Handlung ist eine Parodie von George R.R. Martins „A Game Of Thrones„. Martin weiß nicht nur eine fanatische Anhängerschaft hinter sich, er kann es sich auch leisten, in seinen Büchern über mehrere Dutzend Seiten kaum etwas passieren zu lassen. Viele Schlachten werden in seinen Romanen nur aus der Retrospektive erzählt. Spannung kommt dadurch wenig auf. Stattdessen wird immer nur angedeutet, dass es bald zum absoluten Höhepunkt der Geschichte kommt.

Die Episode ähnelt diesem Muster. Immer wieder wird die Katastrophe, die große Schlacht, das epische Finale angekündigt und es passiert dennoch nichts. Die Zeit bis zum „schwarzen Freitag“, der Rabattaktion im Shopping-Center, vergeht wie in Zeitlupe. Als der Tag beinahe erreicht wird, verschieben die Verantwortlichen die Aktion einfach.

Der einzig neue Aspekt dieser Episode ist die Deutlichkeit, mit der die Presse die Ereignisse vorantreibt. Der Reporter des neunten Kanals erpresst nicht nur seine Nachrichtensprecher, möglichst reißerische Ansagen zu machen. Auch den Sony-Chef überredet er zu einer Verschärfung des „Konsolen-Kampfes“. Letztlich ist es halt die Presse, die an Tragödien durch den dadurch steigenden Informationsdrang der Leser profitiert.

Diese Kritik mag clever sein und vor allem Martins Auftritt in der Episode ist sogar recht lustig. Trotzdem ähnelt die Episode der Lektüre der Seiten 1-700 eines der ersten drei Game Of Thrones-Romane: Irgendwie unbefriedigend.

Alle „South Park“-Episoden sind auf der Serien-Homepage kostenlos abrufbar.

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