Black Friday (South Park)

 

Aufruhr unter „South Parks“-Jugendlichen: Die neue Spielekonsolengeneration kündigt sich an. Da die Konsolen viel zu teuer für Jugendliche sind, entwickelt Cartman einen Plan. In der Ferienzeit werden am „Black Friday“ den ersten dreißig Kunden des größten Shopping-Centers der Stadt 80 Prozent Rabatt gewährt. Die Kinder beginnen unverzüglich – und nicht ohne viele Games of Thrones-Anleiehen – damit, für diesen Tag zu trainieren. Derweil heuert Randy als Sicherheitsmann bei dem Shopping-Center an. Eigentlich möchte er sich dadurch nur die 80 Prozent Rabatt ertricksen – bald wird die Sache aber auch für ihn blutiger Ernst.

„Black Friday“ karrikiert die erfolgreiche Roman- und Fernsehserie „A Game of Thrones“ (auch als „Lied von Eis und Feuer“ bekannt) von George R.R. Martin. Anders als in den bisherigen Persiflagen dieser Staffel entfernt man sich hier jedoch weit von der Grundhandlung und das macht diese Episode richtig gut. Denn hier wird nicht nur die Geschichte grob nachgestellt oder ein Element ins Absurde gesteigert.

Stattdessen sind Cartman und die anderen bekannten Kinder der „South Park“-Grundschule einem „Game of Thrones“-Hype anheim gefallen und ähneln Charakteren der Serie. Gleichzeitig existieren die anderen Sub-Kulturen – von den Vampir- bis zu den Star Trek-Kindern – aber weiter. Dadurch wird Cartmans Verachtung für andere Fankulturen besonders gut, er ist schließlich selbst ein Teil einer solchen Kultur.

Gleichzeitig wird der oft mit beinahe religiöser Heftigkeit ausgetragene Streit um die beste Spielekonsole in dieses Szenario getragen. Für Cartman ist völlig klar, dass alle Kinder die neue X-Box haben möchten. Erst im Verlauf der Episode stellt sich heraus, dass einige – unter anderem Stan – der Playstation 4 den Vorzug geben. Dieser unüberwindbare Graben unterscheidet die verschiedenen Fan-Kulturen. Während sich die Star Trek-Fans der technisch überlegenen X-Box hingeben, favorisieren die Goth-Kinder die etwas dunklere Playstation. Auf diese Weise werden auf putzige Art Kulturen geeint und gleichzeitig gespalten.

Das Highlight der Folge ist jedoch Randys „Dienst“ bei der „Nachtwache“. Auch dies ist eine Anlehnung an die Serie Martins. Randys Ausrichtung auf günstige technische Geräte gerät aber bald aus seinem Fokus. Der Chef der Truppe sieht in ihm seinen Nachfolger und bei der Gewalt, mit der Eltern versuchen, möglichst günstig Spielzeug für ihre Kinder zu erwerben, hat Randy den neuen Posten schneller als gedacht. Die Wachen verhalten sich unglaublich dramatisch. Trotzdem wirkt das Szenario sowohl absurd als auch überzeugend. Schließlich gab es auch in Deutschland Bilder von fast verwüsteten Media Markt-Fillialen nach großen Rabatt-Aktionen – der Spar-Wahn existiert wohl in der gesamten westlichen Welt.

Fast ein wenig überraschend entpuppt sich „Black Friday“ als Zweiteiler. Das ist ein wenig schade, denn der große Höhepunkt fehlt ein wenig in dieser Episode. Trotzdem unterhält sie gut und verwebt eine Parodie von „Games of Thrones“ mit vielen kleinen Gesellschaftsbetrachtungen. Das ist nach Ginger Cow eine weitere sehr gute Folge der 17. Staffel.

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