Die Sorge der Aldeaner (Next Generation Folge 17)

Inhalt: Die Enterprise entdeckt den Planeten Aldea. Die Bewohner haben sich jahrhundertelang hinter einem Schutzschild und einer Tarnvorrichtung vor dem Rest der Galaxis versteckt, um sich ganz der Kunst und der Kultur zu widmen. Daher ranken sich um den Planeten zahlreiche Legenden. Rasch stellt sich heraus, dass sie sich der Enterprise bewusst enthüllt haben. Die Aldeaner können sich nicht mehr reproduzieren, daher sind sie auf externe Kinder angewiesen. Da Commander Riker die „Herausgabe“ der Kinder auf der Enterprise verweigert, entführen die Aldeaner diese mit ihrer weit entwickelten Technologie. Um ihre Unrechtsbewusstsein zu übertonen, bieten sie Picard jedoch Verhandlungen über eine angemessen Entschädigung an.

Der Start der Episode ist etwas albern. Commander Riker freut sich wie ein kleiner Junge über die Möglichkeit, endlich das Atlantis der Galaxis zu entdecken. Dieses Märchen klingt geradezu unglaubwürdig und wird von den Frauen Crusher und Troi daher zu recht mit einem leichten Lächeln quittiert. Letztlich erscheint die Idee, einen Planeten mithilfe einer Tarnvorrichtung abzuschirmen jedoch gar nicht so abwegig. Natürlich ist ein Planet um ein Vielfaches größer als ein Raumschiff. Wenn allerdings genügend Energie vorhanden ist, sollte das durchaus machbar sein.

Deanna Troi spürt rasch, dass die Aldeaner etwas von der Enterprise-Besatzung wollen, was diese nicht bereit ist zu geben. Die Verhandlungen laufen daher schnell ergebnislos ab, die Kinder werden entführt. Diese Entführung ist das Besondere der Episode. Denn man erlebt das Schicksal der meisten Kinder auf Aldear. Ihnen geht es gut, sie werden mit (aldeanischer) Liebe aufgenommen und zu Künstlern ausgebildet. Sie leben in einem theoretischen Paradies, wenn sie nicht noch die Erinnerungen an ihre Eltern hätten.

Dennoch ist es äußerst schwierig, die Aldeaner als Bösewichte zu sehen. Der Zuschauer kann die Motivation dieses Volkes nachempfinden und häufig über ihre Kunstfertigkeit nur staunen – obwohl die künstlerischen Handlungen äußerst albern dargestellt sind. Selbst als der Anführer der Aldeaner die Enterprise mit einer Energiewaffe einige Tage von dem Planeten fort schleudert, wirkt das Volk nicht böse.

Natürlich gibt es eine überzeugende Lösung für das Problem. Doktor Crusher findet heraus, dass die Aldeaner gar nicht in der Lage waren, die Lösung für ihr genetisches Problem zu finden. Sie haben nur noch ihrer Technik vertraut und sich ihrer Kunst gewidmet. Die Technik haben sie jedoch nicht mehr verstanden. Insofern konnten sie auch nicht herausfinden, dass ihr Schutzschild nur unter einer hohen Strahlung funktionieren kann. Er hat die Ozonschicht Aldears stark herabgesetzt und die dadurch entstandene Strahlung zerstört beständig die Zellen der Aldeaner. Langfristig würden so auch die Kinder von der Enterprise geschwächt und unfruchtbar.

Auf dem Planeten kommt Wesley Crusher die Aufgabe zu, das Computersystem zu überwinden. Das gelingt ihm ganz gut, auch wenn seine Szenen noch immer etwas steif wirken – was in vielen Momenten auf die Brückencrew ebenfalls zutrifft.

Letztlich kann der Konflikt einvernehmlich gelöst werden. Für die Aldeaner beginnt eine schwere Zeit der Regeneration ohne ihre übermächtige Technik, die Kinder kehren aber zur Enterprise zurück. Niemand ist zu schaden gekommen und am Ende verstehen sich Menschen (Kinder anderer Völker scheint es auf der Enterprise bisher nicht zu geben) und Aldeaner besser. „Die Sorge der Aldeaner“ ist daher durchaus eine gute „Next Generation“-Folge, die die Tragödie eines Volkes darstellt, dieses in Konflikt mit der Enterprise geraten lässt und den Konflikt mit Worten und Wissenschaft statt mit Waffen zu lösen. Das ist weitestgehend gut anzusehen, sehr solide, aber nicht besonders spannend. Insgesamt also durchaus gut. 3 von 5 Punkten.

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