Der Reisende (Next Generation Folge 6)

Inhalt: An dem Antrieb der Enterprise sollen Experimente durchgeführt werden, die die Leistungsfähigkeit verbessern werden. Die Crew ist relativ skeptisch, denn die Daten, die von dem zuständigen Techniker geschickt wurden, wirken nicht seriös. Doch als die Test beginnen, nimmt die Enterprise unglaubliche Geschwindigkeiten auf und plötzlich befindet sich das Schiff in einer anderen Galaxis. Wesley kommt relativ zügig auf die Lösung des Rätsels: Mit dem Assistenten des zuständigen Technikers stimmt etwas nicht.

Kritik: „Der Reisende“ ist eine faszinierende Episode, die jedoch an der merkwürdigen Ausgangslage und an den geringen technischen Möglichkeiten der Serie zu dem damaligen Zeitpunkt krankt. Es wirkt sehr merkwürdig, dass die Sternenflotte tatsächlich einzelne Ingenieure auf Schiffe schickt, um deren Antrieb zu verbessern. Es würde mehr Sinn machen, so etwas auf experimentellen Schiffen durchzuführen und nicht auf Schiffen, die sich auf einer Weltraummission befinden. Insofern wirkt der Auftritt des arroganten Technikers von Anfang an merkwürdig.

Die Idee des Wanderers ist gut. Besonders schön ist der Moment, in dem sich herausstellt, dass es sich bei ihm um ein mächtiges Wesen. Riker fragt verwundert, warum die Föderation noch nie etwas von seinem Volk gehört hat. Die Antwort ist ganz einfach, die Menschheit und die Föderation waren bisher einfach nicht interessant. Die Arroganz der Föderation, die an einigen Stellen immer mal wieder durchbricht, wird hier sehr gut verdeutlicht. Es ist allerdings etwas ungünstig, dass gerade einmal fünf Episoden nach dem Pilotfilm, der den übermächtigen Q in die Serie brachte, das nächste mächtige Wesen auftaucht. Etwas mehr Bodenständigkeit würde gut tun.

Der Reisende ist von dem ersten Transport sehr geschwächt. Die zweite Reise führt daher nicht zurück in die Milchstraße, sondern an einen Ort am Rande des Universums. Dort herrschen andere physikalische Gesetze. Alles, was die Crew denkt, wird Realität. Das ist natürlich ein großes Problem, denn jeder hat mal schlechte Gedanken. Meist sind die Probleme der Gedanken gut umgesetzt, an einigen Stellen wirkt das leider aber etwas albern.

Der Reisende erkennt in Wesley Crusher eine intelligente Person. Das veranlasst Captain Picard zum Schluss, Wesley in den Rang eines Ensings zu befördern. Das wirkt etwas aufgesetzt. Man hätte den Jungen sicherlich auch anders fördern können. Andererseits wollen die Macher der Serie offensichtlich gerne ein Kind auf der Brücke haben und nun haben sie eins.

„Der Reisende“ ist eine fantastische Episode, der gelegentlich etwas Spannung fehlt. Denn zu jedem Zeitpunkt ist klar, dass die Enterprise nach Hause kommen muss, sonst wäre die Serie ja wohl vorbei. Die Gedankenhandlung und der Reisende selbst, sorgen jedoch dafür, dass die Folge genügend interessante Aspekte aufweist, um gut zu sein. 3 von 5 Punkten.

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