Die Ladung (Enterprise Folge 59)

Inhalt: Die Koordinaten, die die Enterprise-Crew in Exil erworben hat, führend das Schiff tatsächlich zu einer Xindi-Kolonie. Archer muss jedoch feststellen, dass in der Kolonie keine Waffe produziert wird, sondern lediglich eine Chemikalie, die für die Waffe benötigt wird. Soll er trotzdem die Anlage in die Luft jagen?

Kritik: „Die Ladung“ ist inhaltlich eine eindrucksvolle Episode. Nicht alle Xindi sind böse, das ist die Moral dieser Geschichte. Archer gelingt es in dieser Folge Vertrauen zu einem vogelartigen Xindi aufzubauen, der der Enterprise auch hilft.

Die Episode zeigt sogar, dass Xindi über den ruchlosen Angriff auf die Erde geschockt sein können. Außerdem ist die Episode spannend inszeniert, denn mehrmals stehen die Menschen kurz vor einer Entdeckung durch die reptilianischen Streitkräfte.

Mit „Die Ladung“ gibt es auch weitere Informationen zu der Waffe und zu den Xindi an sich. Statt fünf, gibt es nun sechs Xindi-Spezies, wobei die eine schon vor langer Zeit durch einen Krieg ausgestorben ist. Die Waffe steht kurz vor der Vollendung, durch die Sabotage durch den vogelartigen Xindi wird die Produktion allerdings um ein paar Monate zurückgeworfen. Archer hat also wieder ein wenig Zeit gewonnen.

So schön die Moral der Folge aber auch ist, so schlecht ist die Umsetzung durch Captain Archer. Wieder einmal kennt er nur ein Gesicht: grimmig gucken. Seine Tonlage bleibt permanent dieselbe, sie klingt wie ein Befehlsschrei beim Militär. Daher ist es ein Wunder, dass der Xindi Vertrauen aufbauen kann. Würde jemand wie Archer bei mir einfallen, ich würde ihm niemals vertrauen. Das ist schade. Denn die Schritte, die der Xindi auf Archer zugeht sind durchaus nachvollziehbar. Archers Ausdrucksweise überhaupt nicht. Das schadet der Folge.

Und leider schadet es der Glaubwürdigkeit sehr. Denn so richtig Archers Entscheidungen auch sind, seine Mimik und Gestik spielt nicht mit. Das ist sehr schade.

Die Aussage Archers, einen Krieg beenden zu wollen und keinen beginnen anzufangen, ist bemerkenswert. Es ist nicht klar, ob es gewollt ist, aber seit seiner Folteraktion in Anomalien verhält er sich noch moralischer als er das vorher schon getan hat. Ein Hinweis auf Schuldgefühle?

Mit „Die Ladung“ ist die Enterprise einen kleinen Schritt weiter. Die Produktion der Waffe wurde verlangsamt, die Existenz derselben bestätigt. Außerdem ist nun klar, dass nicht alle Xindi per sé Feinde sind. Es zeichnet sich schon eine Lösung für die Krise ab: Nach und nach könnte Archer Xindi-Spezies auf seine Seite ziehen. Das könnte zwar einen Bürgerkrieg unter den Xindi auslösen, aber die Menschheit retten.
„Die Ladung“ ist also eine Folge, die auch ein wenig zum spekulieren anregt. Leider wird die Wertung durch die mäßige Darstellung Archers deutlich nach unten verlagert. So ist die Folge „lediglich“ gut, sie hätte besser sein können. 3 von 5 Punkten.

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