Exile (Enterprise Folge 58)

Inhalt: Hoshi hört Stimmen. Wenig später sieht sie Schatten. Kurz bevor sie sich selbst für verrückt erklärt, gibt sich ein Alien zu erkennen, das auf telepathische Weise in ihren Kopf eingedrungen ist. Dieses Alien gibt an, Informationen über die Xindi beschaffen zu können. Die Enterprise möchte derweil eigentlich eine weitere Sphäre untersuchen, die sie für die Erschaffung der Anomalien in der Region verantwortlich macht. Die Bedingung des Alien ist sowieso, Hoshi während der telepathischen Informationsbeschaffung bei ihm zu lassen. Die Enterprise lässt Hoshi also für einige Tage allein…

Kritik: Diese Episode macht wieder einmal deutlich, wie ungleich die Rollen auf der Enterprise verteilt sind. Während Archer, Trip und T’Pol die Hauptfiguren sind, bleibt der Rest der Crew eigentlich nur Statist.

Denn auch diese Hoshi-Episode wird bei weitem nicht allein von Hoshi ausgefüllt. Zu allem Überfluss ist ihr Part auch noch der Schwächere.

Da wohnt ein telepathisch begabtes Alien ganz allein in einem Schloss in der hoch gefährlichen delphischen Ausdehnung. Bitte? Die Erklärung, dass Telepathen in seinem Volk nicht erwünscht sind und es daher ins Exil gehen musste, ist irgendwie unglaubwürdig. Dass es ein Alien gibt, dass mal eben so die ganze delphische Ausdehnung durchsuchen kann, ist ebenfalls unglaubwürdig.

Schnell ist auch klar, dass dieses Wesen Hoshi dauerhaft bei sich haben möchte. Die Folge müht sich durchaus ab, Verständnis für das einsame Wesen zu schaffen. Nur leider gelingt das nicht wirklich, da es insgesamt eine unglaubwürdige Figur bleibt.

Zudem ist die Hoshi-Handlung zu Beginn wieder einmal sehr stereotyp. Hoshi muss immer Angst haben, muss immer ihre Paranoien zur Schau stellen. Diese Phase sollte mittlerweile überwunden sein. Trotzdem beginnt jede Hoshi-Folge damit, dass sie vor irgendetwas Angst hat (sei es vor Schatten, Beamern oder ähnlichem).

Die Nebenhandlung ist dafür viel interessanter. Die Enterprise entdeckt, dass es nicht nur die nur die eine Sphäre aus Anomalien gibt, sondern noch mindestens 49 weitere, die wahrscheinlich auch für die Entstehung der delphischen Ausdehnung verantwortlich sind. Das ist eine extreme Neuigkeit, denn jede Sphäre hat die Größe eines Mondes.

In „Star Wars“-Maßstäben wären das also mal eben 50 Todessterne, die in der Ausdehnung herumstünden. Und das ist dann auch der Kritikpunkt an der Geschichte: Das ist dann doch arg unrealistisch. „Star Trek“ hat sich ja eigentlich immer mit der realistischen, kleineren Nummer begnügt. Nun wird auf einmal die Superlative aufgetischt. Das ist zwar spannend und interessant, aber auch nicht unbedingt glaubwürdig.

Interessanterweise stören diese Logikfehler beim Sehen der Episode kaum. Die Expedition der Enterprise ist gut inszeniert und bei Hoshi freut man sich einfach, Hoshi auch mal im Mittelpunkt sehen zu können.

Die Episode macht aber eine Sache richtig: Sie ist sehr gut in den Verlauf der dritten Staffel eingebunden. Auch wenn es unrealistisch ist, dass das Alien Informationen über die Xindi sammelt, so sind sie doch hilfreich. Im Gegensatz zu anderen Serien macht Enterprise nicht den Fehler, den Zuschauer zu lange mit Informationen über die Xindi hinzuhalten. Diese Folge ist ein weiterer Schritt zum Ziel, denn nun hat Archer die Koordinaten für eine Xindi-Kolonie.

Eine extrem unlogische Story, die aber spannend geschrieben ist. Das reicht gerade noch so für eine gute Bewertung aus. 3 von 5 Punkten.

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