Verblendung

Die Milenium-Trilogie von Stieg Larsson war auch in Deutschland ein großer Erfolg. Die Bücher sieht man mittlerweile in jedem Buchladen. Da finde ich es eigentlich schon verwunderlich, dass die Verfilmung der Serie kaum Wirbel erzeugt.

Der erste Teil der Trilogie, Verblendet, ist nun schon seit einigen Tagen im Kino zu bewundern. Die Rezension zu dem Buch war damals mein erster Blog-Eintrag.
Das Buch war umfangreich, ebenso umfangreich ist nun auch der Film mit seinen drei Stunden geworden.

Zu dem Buch lässt sich eigentlich nicht viel mehr sagen: Interessante, abstruse Charaktere in einem wiederlichen aber höchst spannenden Fall, der allerdings nur langsam in Fahrt kommt.

Denn es geht um die verschwundenen Harriet Vanger. Sie ist seit über vierzig Jahren verschollen. Der Patriarch der Familie erhält jedes Jahr eine getrocknete Blume. Sie ist in der Art getrocknet, wie das Weihnachtsgeschenk, dass Harriet ihm kurz vor ihrem verschwinden machte.
Er beauftragt nun Mikael Blomquist, ein Journalist, der für eine Weile untertauchen muss, damit, Harriets Mörder zu finden.
Mikael gerät dabei in einen Sumpf aus Intrigen, den natürlich möchte jemand verhindern, dass er erfolgreich ist…

Die Längen, die das Buch bis zum Finale aufwies, kommen bei dem Film nicht zustande. Dazu sind die Schnitte zu hektisch und drei Stunden dann doch zu wenig.
So entgehen dem Kinozuschauer zwar einige Details (zum Beispiel dass Mikael Blomquist Monogamie eher blöd findet…), langweilig wird einem dadurch jedoch nicht.

Wie das Buch hat allerdings auch der Film einige drastische Szenen. Vor allem die Welt von Blomquists Helferin, Lisbeth Salander, ist alles andere als freundlich.
Gerade diese Person ist aber mit einer ausgezeichneten Schauspielerin besetzt, die die Rolle perfekt ausfüllt. Blomquist, im Buch ebenfalls ein recht schillernder Charakter, bleibt dafür etwas blass.

Auch die ganze Hintergrundgeschichte um die Zeitung „Millenium“ fällt eigentlich unter den Tisch. Natürlich gibt es die Zeitung und natürlich wird Mikael am Anfang für eine Falschaussage verklagt. Im Buch nimmt die Zeitung jedoch auch im Verlauf der Geschichte eine Rolle ein. Immerhin heißt die gesamte Trilogie ja auch „Millenium“-Trilogie.

Auffallend ist auch, dass die ausschweifenden Beschreibungen im Buch und die vielen Interviews mit Verdächtigen, die dort geführt werden, doch deutlich zum Spannungsaufbau beigetragen haben.

Was nun wirklich besser ist, lässt sich also nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich würde immer eher zum Buch greifen.

Aber auch der Film unterhält sehr gut und ist auf jeden Fall sehenswert.

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