Et in Arcadia Ego – Teil 1 (Star Trek: Picard, Episode 1×09)

Picard und die Besatzung der La Sirena erreichen das Ghileon-System. Dank Sojis Zugang zum Transwarp-Netzwerk sind sie vor der herannahenden romulanischen Armada angekommen. Unerkannt ist ihnen der Romulaner Narek gefolgt und eröffnet umgehend das Feuer. Durch einen Trick gelingt es Narek, die La Sirena in Bedrängnis zu bringen. In letzter Sekunde erreichen Seven und Elnor mit dem gekaperten Borg-Kubus durch das Transwarp-Netzwerk das System und retten die La Sirena. Das riesige Raumschiff weckt jedoch die Aufmerksamkeit der auf dem Planeten Coppelius im System, wo Sojis synthetische Brüder und Schwestern leben. Sie starten vom Planeten riesige Orchideen, die die Sirena und den Borg-Kubus sanft aber bestimmt auf der Planetenoberfläche absetzen. Da die Orchideen auch alle Energieversorgung unterbrechen, sind Picard und seine Begleiter erst einmal aller technischer Hilfsmittel beraubt. Sie entscheiden sich, zunächst im Borg-Kubus nach dem Rechten zu sehen und anschließend in der Coppelius-Station die dort lebende synthetische Gemeinschaft vor der herannahenden romulanischen Flotte zu warnen. Aber wie sollen die Androiden vor den hunderten herannahenden romulanischen Warbirds gerettet werden?

Die neunte und vorletzte Episode der ersten Staffel ist der Auftakt für das Finale und genau so konzipiert. Die Episode startet ereignisreich und hektisch. Innerhalb weniger Sekunden kommt es zu einem wilden Feuergefecht zwischen der La Sirena und Nareks Schiff. Doch kurz nach Seven und Elnors Ankunft mit dem Borg-Kubus nehmen die doch etwas zu phantastisch wirkenden Weltraumblumen der Androiden viel Tempo aus der Handlung. Ab diesem Moment geht es der Episode wieder darum mehr Hintergrund und Fallhöhe für die letzte Episode der Staffel aufzubauen. Und obwohl dies deutlich langsamer ist als der actionreiche Start, zeigt „Et in Arcadia Ego – Teil 1“, das sich die lange Vorarbeit der Staffel gelohnt hat. Auch wenn die Hintergründe weitgehend vorhersehbar sind, ist die Episode dank der mittlerweile gut eingeführten und starken Figuren unterhaltsam und mitreißend.

Das liegt auch an nostalgischen Gründen. Coppelius-Station erinnert an die Planetenbesuche aus der Originalserie und „Next Generation“. Es handelt sich dabei um eine kleine überschaubare Gemeinschaft, die dennoch von dutzenden Androiden bevölkert ist. Das wirft unmittelbar die Frage auf, was diese Lebewesen eigentlich den ganzen Tag tun (außer Ball zu spielen). Dazu gibt es allerdings keinerlei Hintergründe, alles ist der Phantasie überlassen. Der einzige Mensch auf der Station ist Dr. Altan Inigo Soong, der Sohn von Datas Erfinder. Seine Ziele sind ebenfalls völlig unklar. Scheinbar arbeitet er an einer Art Unsterblichkeitsprojekt. Allerdings ist er nicht völlig eigennützig, für seine robotischen „Kinder“ ist er bereits, große Opfer zu bringen. Gleichzeitig scheint die Gemeinschaft aber ja auch in der Vergangenheit Botschafter entsandt zu haben, bzw. Bruce Maddox in die Föderation zurück geschickt zu haben. Wieso man diese Risiken eingegangen ist, bleibt ebenfalls völlig unklar. Immerhin waren die Missionen von Soji und Dahj ein voller Erfolg: Die Gemeinschaft weiß nun, wo innerhalb der Föderation romulanische Agenten agieren und weshalb sie synthetisches Leben so sehr fürchten, dass sie es auslöschen wollen. Während die Gemeinschaft also interessant und Phantasie anregend ist, bleibt Dr. Soong zu glatt, um als Protagonist zu überzeugen.

Die Romulaner glauben, synthetisches Leben auslöschen zu müssen, da es ansonsten über kurz oder lang biologisches Leben vernichten wird. Aus diesem Grund führen die Androiden eine Gedankenverschmelzung mit Dr. Jurati durch. Dabei stellt sich heraus, dass die Vision der Romulaner keineswegs eine Warnung ist, sondern ein Hinweis für synthetisches Leben, das von biologischem unter Druck steht. Es gibt offenbar eine Dimensionen und Zeit umspannende Allianz synthetischen Lebens, das anbietet, biologisches Leben auf Wunsch auszulöschen. Angesichts der Nähernden romulanischen Flotte, eine cleveren Intrige innterhalb der synthetischen Gemeinschaft und der völligen Wehrlosigkeit entscheidet eine Vollversammlung, auf das Angebot einzugehen. Auch Soji kann von diesem Schritt überzeugt werden, indem die Verschwörer unter den Androiden geschickt an ihre Gefühle appelieren: Sie bieten Narek die Chance zu entkommen und dabei eine Androidin umzubringen. Soji, die bereits einmal von Narek missbraucht wurde, fühlt sich ein zweites Mal beschmutzt, weil sie ihn nicht umgebracht hat als sie die Möglichkeit dazu hatte. Ihre Entschlossenheit, biologisches Leben zur eigenen Rettung zu vernichten, kommt zwar insgesamt etwas plötzlich, macht durch diesen Handlungskniff aber Sinn. Weniger überzeugend ist, wie rasch Dr. Jurati auch hier für ihren Mord an Bruce Maddox vergeben wird. Man nimmt an, dass sie vom Tal Shiar manipuliert wurde. Dass sie jettzt aber wieder für Picard arbeitet und loyal zu ihm hält, zeigt jedoch, dass sie von Anfang an die Wahl hatte. Am Ende steht sie zwischen den Fronten und gibt zumindest vor, für die Androiden an einem geheimen Projekt Dr. Soongs zu arbeiten, um Sühne für ihr Vergehen zu leisten. So endet die Episode ironischerweise damit, dass einzig Dr. Jurati von den Androiden als Verbündete angesehen wird.

Der erste Teil von „Et in Arcadia Ego“ enden mit wenigen offenen Fragen. Die Fronten sind geklärt, Picard festgesetzt, Rios und Raffis wieder auf der La Sirena, Narek auf der Flucht und Dr. Jurati (vorgeblich) im Dienste der Androiden. Die Episode weist zwar kleinere inhaltliche Schwächen auf (sowie reichlich abstruse Weltraumblumen), ist aber stimmungsvoll, temporeich und insgesamt ein spannende Auftakt für den Abschluss der ersten Staffel.

Sehr gelungene Gesellschaft, aml wieder wie Star Trek, unklar, was die eigentlich den ganzen Tag machen, einfach irgendwo im Nichts, aber dann doch irgendwie ein Ziel -> Soong klare Worte und unklare Perspektive

Zuspitzung klassisch, sanftmütige und verräterische, die es nicht erwartetn können _> versuchung zu groß, am Ende alles offen, spannender, solider Teil, bis auf Weltraumblumen

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