Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

Imperator Palpatine ist wieder unter den Lebenden. Er hat eine große Flotte im Geheimen geschaffen, die die Galaxis bedroht. Kylo Ren ordnet sich dem Imperator unter und verspricht, im Gegenzug für die Herrschaft über die Galaxis Rey auszuschalten. Rey und dem Widerstand bleiben wenig Zeit, bis diese neue Bedrohung so mächtig ist, dass die Galaxis für immer unter das Joch der Sith fällt.

„Der Aufstieg Skylwalkers“ bietet spektakuläre Bilder, viele Ortswechsel und vor allem das Versprechen, einige Aspekte des vorherigen Films rückgängig zu machen. Leider wird daraus kein guter Film. Das Ergebnis ist hektisch, weitgehend sinnbefreit und immer bereit gute Chancen zu vergeben. Der Film leidet dabei sowohl daran, dass er zu viel erzählt, das aber leider auch inkonsequent macht und mit dem schwierigen Erbe beider Vorgänger umgehen muss.

Der Abschluss der dritten „Star Wars“-Trilogie versucht zu viel zu erzählen. Ständig gibt es irgendwelche vermeintlich spektakulären Wendungen, die im Laufe des Films nicht mehr als ein Schulterzucken provozieren können. So werden zwei Mal Hauptdarsteller vermeintlich aus der Handlung geschrieben, nur um kurz darauf zeitaufwändig wieder zu erscheinen. Der emotionale Effekt ihres Todes geht dadurch verloren, die Erzählzeit führt somit ins Nichts. Das ist schade. Denn der Film hätte durch einen noch stärkeren Fokus auf seine beiden Hauptprotagonisten, Kylo Ren / Ben und Rey viel erreichen können. Beide stehen zwischen der hellen und der dunklen Seite der Macht und müssen wichtige Entscheidungen fällen. Das ist hier solide inszeniert, geht aber unter den vielen Nebenereignissen und -schauplätzen völlig unter. Ein konsequenter Fokus auf die beiden hätte dem Film gut getan und dabei geholfen, die vielen unnötigen

Der Film leidet aber auch unter dem Erbe des vorherigen Teils „Star Wars: Die letzten Jedi„. Letztlich erlebte man in dem Film wie die Flotte des Widerstands vor der Flotte der ersten Ordnung flüchtete und einen Großteil ihrer Kapazitäten verlor, während Rey und Ren Snoke töteten. Da sich Ren dennoch für die dunkle Seite der Macht entschied und die erste Ordnung einen Großteil der Flotte retten konnte, blieben die Kraftverhältnisse am Ende gleich und die Frage, wer den Sturz der neuen Republik eingeleitet hat, weiterhin unbeantwortet. „Die letzten Jedi“ hätte die Hälfte der Geschichte dieses Films erzählen können. Zumindest das Auftauchen Palpatines hätte irgendwie vorbereitet werden müssen. Denn so taucht Palpatine tatsächlich im Vorspann des Filmes auf und der Zuschauer soll die Rückkehr erklärungsfrei akzeptieren. Das legt den Grundstein für eine lange Reihe von Enthüllungen, die ohne jedwede Erklärung auskommen. „Der Aufstieg Skywalkers“ ist dadurch reines Popcornkino, das visuell überzeugt, aber ab dem Moment des geringsten Nachdenkens in sich zusammenbricht.

„Der Aufstieg Skywalkers“ hat zudem überraschend große Schwierigkeiten, dem Zuschauer zu erklären, warum der Kampf, der hier ausgefochten wird, wichtig ist. Das liegt daran, dass auch „Star Wars: Das Erwachen der Macht„, also der Auftakt der Trilogie letztlich inhaltlich versagt hat. Der Film war eine reine Kopie des originalen „Star Wars“-Film, in dem eine Bedrohung eingeführt wurde und ihr am Ende ihre mächtigste Waffe genommen wurde. Doch die Bedrohung des Imperiums kann man nicht einfach kopieren. In der originalen Demokratie war immer klar, dass die Herrschaft der Dunkelheit und der Tyrannei durch eine Herrschaft des Lichts und der Demokratie ersetzt werden muss und wird. Die Demokratie ist in Episode 7 aber gescheitert. Wie soll man dem begegnen? Was ist die Vision, für die Leia, Rey und der Widerstand kämpfen? In anderen Worten: Warum ist dieser Versuch anders? „Die letzten Jedi“ deutete eine Antwort darauf an: Anstatt einen ständigen Kampf zwischen Gut und Böse zu führen, müssten die Zwischentöne ausgetestet werden. Rey und Ren sind beides Macht-Nutzer, die sich zwischen den Seiten bewegen. Das wäre höchstspannend, doch wie Episode 7 ignoriert Episode 9 den breiten Kontext der Handlung gänzlich. Es geht hier nur darum, dem Imperator den Garaus zu machen. Das hat man bereits gesehen und dank dieser Trilogie weiß man ja, dass dies nicht unbedingt ausreicht. Und das schafft leider eine größere Distanz als es selbst die vorherigen Filme mit all ihren Problemen hatten.

Das Kernproblem ist damit, dass „Der Aufstieg Skywalkers“ nicht konsequent genug ist. Die Kritiken zu „Die letzten Jedi“ waren vernichtend. Die Kritiken zu der Prequel-Trilogie waren ebenfalls vernichtend. Also ignoriert der Abschluss nicht nur die Prequel-Trilogie, sondern den Vorgänger gleich noch dazu. Das verspielt viel Potential. Doch damit nicht genug. Selbst wenn man mit den Vorgängern brechen möchte, erwartet einen zu viel Inkonsequenz. In erster Linie traut der Films sich nicht, etablierte Charaktere wirklich in Gefahr zu bringen. Drei Mal wird ein Tod umgehend mit einer Wiederbelebung (in verschiedener Form) begegnet. Der Film möchte endlich die Antwort darauf geben, was die „Balance“ in der Macht eigentlich bedeutet. Das wird am Ende angedeutet, konsequent durchgezogen wird es nicht. Der Film möchte starke Charaktergeschichten erzählen, von Helden reden, die schwere Entscheidungen treffen müssen. Doch letztlich muss alles so hektisch gehen, dass für Gefühle und Herausforderungen gar kein Platz bleibt. Der Film möchte überraschen, aber gleichzeitig nichts falsch machen und vor allem so viel wie möglich erzählen. Dadurch fliegt mal ein Planet in die Luft, nur damit kurz danach wieder eine Meister-Schüler-Zusammenkunft in drei Minuten abgearbeitet wird. Viele Ideen durchziehen diesen Film, viele davon sind gut, leider ist keine richtig gut ausgearbeitet bzw. umgesetzt. „Der Aufstieg Skywalkers“ trägt mit dieser inkonsequenten, distanzierten und wirren Handlung dazu bei, dass das einst charakteristische und viele Handlungsprobleme überdeckende „Star Wars“-Feeling weiter zersetzt wird.  Immerhin wird der Film dem erweiterten „Star Wars“-Universum noch lange als Vorlage für Bücher und Comics dienen, die die vielen guten aber miserabel umgesetzten Ideen in konsequentere Hintergrunderzählungen umwandeln.

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