Evolution (von Ian Rolf Hill / Maddrax Band 504)

Überall auf der Erde tauchen Gegenden aus anderen Dimensionen auf. In kürzester Zeit werden sie von undurchdringlichen Ranken von ihrer Umwelt abgetrennt. Dennoch stiften sie erst einmal Verwirrung und Leid. Denn Teile der Erde werden mit den Gegenden aus anderen Dimensionen ausgetauscht. Dies geschieht auch auf Yucátan: Hier wird ein Teil einer menschlichen Stadt mit einer Stadt aus einer anderen Dimension ausgetauscht, in der Dinosaurier nie ausgestorben sind. Auf einmal stehen sich Technos und intelligente Saurier gegenüber – und beginnen umgehend einander zu bekämpfen.

„Evolution“ überzeugt durch eine interessante Ausgangslage. Es ist spannend und schön zu lesen wie hier einer ganz anderen Denkweise Form verliehen wird. Die Sauriergesellschaft unterscheidet sich stark von der menschlichen. „Weichtiere“ haben dabei solch einen geringen Stellenwert, dass die Saurier sich nicht einmal vorstellen können, dass die Menschen Intelligenz besitzen. Gleiches gilt für die örtliche Technogemeinschaft. Auf beiden Seiten müssen bald Verluste beklagt werden, der Wunsch nach Rache ist daher sowohl unter den Sauriern als auch unter den Menschen hoch. Diese emotionale Konfrontation ist sehr spannend.

Gleichzeitig stellt sich dadurch eine große Gemeinsamkeit heraus: Beide Seiten sind relativ paranoid und gehen mit der Trauer um den Tod ihrer Mitbewohner ähnlich um. Daher gibt es auch auf beiden Seiten Individuen, die eine Konfrontation verhindern könnten. In der matriarchalischen Sauriergesellschaft ist dies ein diskriminiertes Männchen, das zudem den wenig anerkannten Beruf eines Forschers ausübt. Auch diese Perspektive ist gut getroffen und angenehm zu lesen. Auf der Seite der Technos sind es Matt und Aruula, die als Außenseiter nicht sofort für die Idee einer Konfrontation gewonnen werden können.

Auf beiden Seiten setzen sich letztlich jedoch die Hardliner durch. Auch dadurch wird neben dem Rachedurst ein zweites verbindendes Merkmal aufgezeigt: Der Wunsch nach Vergeltung in Verbindung mit der Angst vor dem Unbekannten führt sowohl unter Menschen als auch unter Sauriern zu einem hohen Maß an Ignoranz. „Evolution“ ist dabei lediglich der Auftakt für einen Zweiteiler: Am Ende ist ein Krieg zwischen Sauriern und Menschen kaum mehr zu vermeiden, der Ausgang ist jedoch ungewiss. Aufgrund der überzeugenden Charakterisierung der Saurier kann man die Fortsetzung kaum erwarten.

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