Die Bergung (von Jana Paradigi & Ramon M. Randle / Maddrax Band 498)

Der Mond droht auf die Erde zu stürzen. Um ihn mit einem waghalsigen Plan wieder in seine originale Umlaufbahn zu bringen, muss Matt ein Bündnis mit den Initiatoren eingehen. Diese benötigen den Flächenraumer in der Antarktis auf der Erde sowie einen Teil des mysteriösen lebendigen Stein Flötz in Stralsund. Aruula macht sich mit einem Team auf den Weg nach Stralsund, um etwas Flötz zu bergen, während Matt in der Antarktis auf mutierte Riesenpinguine trifft.

Für den vorletzten Band des Zyklus ist „Die Bergung“ ein überraschend abgeschlossenes und kohärentes Abenteuer. Hier werden drei Geschichten erzählt: Matt birgt den Flächenraumer in der Antarktis, Aruula den Flötz in Stralsund und in der Vergangenheit erleben wir einen geradezu wahnsinnigen Wissenschaftler, der bereits während des zweiten Weltkrieges den Flötz entdeckt und mit Tachyonenstrahlung unsichtbare Tiere herstellt.

Matts Abenteuer in der Antarktis ist stimmungsvoll und temporeich. Hier wird alles aufgefahren, was die post-apokalyptische Erde zu bieten hat. Killer-Orkas, Killer-Pinguine und ein verwunschenes Wracke- all das heizt die Stimmung ein, führt zu vielen Kampf und Fluchtszenen und am Ende löst Matt alles mit einem kleinen aber genialen technischen Einfall auf.

Aruulas Abenteuer unterscheidet sich davon gar nicht so stark. Auch sie landet in Stralsund in einem reich geschilderten Szenario, indem auf einmal unsichtbare Raubtiere auftauchen. Leider ähneln sich die beiden Abenteuer trotz der sehr unterschiedlichen Klimazonen dadurch zu sehr. Auch Aruula kann sich am Ende nur in letzter Sekund und mit einem spontanen Einfall retten. Hier hätte man mehr auf unterschiedliche Handlungen setzen können. Für sich betrachtet sind beide Abenteuer jedoch sehr unterhaltsam.

Die Rückblenden in die 50er, in denen der Leser den alternden Nobelpreisträger Stark verfolgt, der auf der Suche nach einer letzten wissenschaftlichen Entdeckung ist, die ihm Weltruhm einbringt, ist die eigentliche Stärke des Heftes. Hier erfährt man wie Stark sich so in seine Forschung und seine Ruhmessucht hineinsteigert, dass er aus Eifersucht seinen eigenen Assistenten umbringt. Viel Potenzial dieser Handlung bleibt ungenutzt. Doch die geradezu subtile Darstellung des größenwahnsinnigen und eigensinnigen Wissenschaftlers ist sehr überzeugend und trägt zu der Stimmung der Episode bei.

Alles in allem ist „Die Bergung“ ein sehr überzeugendes Abenteuer. Zwar gibt es eine Reihe von Ähnlichkeiten in den einzelnen Handlungssträngen. Doch der Roman baut viel Tempo auf, kreiert spannende Stellung und präsentiert mit Stark einen tatsächlich starken Charakter. Das ist zwar kein Teil eines bombastischen Zyklusfinales und nun bleibt auch nur noch ein Heft, um den Mond vor dem Absturz zu bewahren, doch dafür unterhält es sehr gut.

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