Jede Menge Mumpitz (von Bob Odenkirk)

Der Name ist Programm: In „Jede Menge Mumpitz“ präsentiert Bob Odenkirk 35 kurze Texte, einer sinnfreier als der andere. Das ist auf knapp 175 Seiten sehr kurzweilig: Jeder Text ist eine knappe Unterhaltung bzw. ein Denkanstoß für wenige Sekunden. Die Texte greifen die verschiedensten Themen auf, vom Lesen auf der Toilette, über das Outen im Alter bis hin zu Hitlers Konversationen mit Freunden kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Immer werden dabei gängige Verhaltensweisen und Wertungen aufs Korn genommen. In jedem Text erkennt man eine Mischung aus Gesellschaftskritik und völlig überzeichneter Absurdität.

Dabei überzeugen natürlich nicht all Abschnitte gleich stark. Bei den ungekürzten Zitaten, die bekannten Zitaten noch einen drolligen Zusatz bescheren und die das gesamte Buch durchziehen, gibt es erwartungsgemäß überzeugendere und weniger überzeugendere Themen. Auch finden sich schwächere Einfälle (wie die schlechteste Rede, die Martin Luther King jr. Je gehalten hat) genau so in dem Buch wie übermäßig pädagogische (mit einer frontalen Religionskritik in „Ich glaube, mir ist gerade Gott begegnet“) und das bereits angesprochen, brutal-absurde Gespräch zwischen Hitler und einem Bewunderer seiner Kunst aus Jugendzeiten kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs („Hitlers Dinnerparty: Ein Theaterstück“). Und leider sind das gefühlt die drei Teile des Werkes: schwächere Einfälle, (un)gewollt pädagogische Texte und geniale Absurdität.

Dank der Kürze der Abschnitte und des Buches allgemein bleibt dieser Mix dennoch unterhaltsam. Nichtsdestotrotz fragt man sich nach der Lektüre, ob diese kleinen, Magazin-ähnlichen Einträge wirklich das Buchformat brauchten.

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