Things with Beards (von Sam J. Miller)

„Things with Beards“ ist die Fortsetzung des Films „Das Ding aus einer anderen Welt“ (im Original „The Thing“). MacReady konnte gerettet werden, nachdem ein mysteriöses Alien auf einer Station in der Antarktis mehrere Menschen übernommen und getötet hat. Es ist nicht klar, ob auch MacReady übernommen und ersetzt wurde. Zurück in den USA erlebt MacReady wie die AIDS Epidemie stärker um sich greift und eine kleine Gruppe Afroamerikaner gewalttätig gegen Polizeigewalt vorgehen möchte. Bei allem kommt MacReady zu der Erkenntnis, dass Menschen nicht nur von außerirdischen Monstern, sondern vor allem von den Monstern in uns allen bedroht werden.

Zunächst: Ich habe von der Filmvorlage gehört, sie aber nicht gesehen. Aus diesem Grund war der Name MacReady mir zunächst nicht bekannt. Daraus entsteht erst einmal Verwirrung: Die Geschichte spielt in den 1980ern (der Film selbst erschien im Jahr 1982). Die AIDS Epidemie (MacReady ist in dieser Version schwul) und die Spannungen zwischen der Polizei und Afroamerikanern geben der Geschichte eine apokalyptische Stimmung. Die regelmäßigen Monsteranspielungen verwirren eher als dass sie für Spannung sorgen.

Das Thema des Zurückfindens nach traumatischen Ereignissen ist der interessanteste Aspekt der Geschichte. Nachdem MacReady in der Antarktis um sein Leben kämpfen musste, blickt er nun mit anderen Augen auf die Gesellschaft, die ihn umgibt. Die AIDS-Epidemie wird in erster Linie als „Schwulenkrankheit“ wahrgenommen, Minderheiten werden ausgegrenzt. Dieser Blickwechsel nach einem Trauma ist interessant, insgesamt aber wenig ausgearbeitet.

Mit Rückgriff auf den Film ist auch die Idee des Monsters in uns allen interessant. Braucht es tatsächlich eine Alieninvasion, die Menschen gegeneinander Hand anlegen lässt? In den beiden aufgegriffenen gesellschaftlichen Themen wird deutlich, dass Menschen bereits gut genug in der Lage sind, bei den ersten Anzeichen von Problemen, Randgruppen für besagte Probleme verantwortlich zu machen – mit teilweise tödlichen Konsequenzen. Diese Aufforderung, die eigenen Monster zu konfrontieren, entfaltet sich angesichts der immer nur angerissenen vorherigen Themen nicht.

„Things with Beards“ ist sicherlich spannender und lesenswerter, wenn man mit dem dazugehörigen Film vertraut ist. Alleinstehend (wie in der Anthologie „The Year’s Best Science Fiction 34“) präsentiert wirkt die Erzählung weder besonders nachdenklich noch atmosphärisch stark.

Die Kurzgeschichte „Things with Beards“ von Sam J. Miller ist 2016 im „Clarkesworld„-Magazin erschienen . Sie ist außerdem ein Beitrag in der Anthologie „The Year’s Best Science Fiction (34. Annual Collection)“, herausgegeben von Gardener Dozois. 

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