Nanokiller (von Andreas Suchanek / Heliosphere Band 47)

Die Allianz arbeitet unter Hochdruck daran, die Nanokiller Imperator Sjöbergs auszuschalten. Mit ihnen droht das Imperium, die eigene Bevölkerung innerhalb weniger Sekunden auszulöschen. Diese Drohung sorgt dafür, dass niemand von Innen gegen das Imperium rebelliert. Atto-Zellen sollen die Nanokiller aufhalten. Doch durch eine Infiltration des Forschungslabors werden sie selbst zur tödlichen Bedrohung. Auf der Erde sucht Kirby derweil nach weiteren Wegen, Imperator Sjöberg das Handwerk zu legen. Sie stößt auf ein altes Zentrum der Kensington-Familie. Zu ihrer Überraschung findet sie einen unerwarteten Verbündeten in ihrem Kampf.

Auch „Nanokiller“ ist wieder eine temporeiche und spannende Episode. Sie bietet von direkten Nahkampfauseinandersetzungen mit einem Androiden, hektischen Weltraumkämpfen und Versteckszenen auf der Erde viele unterschiedliche Gefahrensituationen für die Helden der Serie. Dazwischen werden drei wichtige Erkenntnisse verpackt: Die Gattin des Imperators ist einer der Zeitreisenden, die ihn aufhalten wollten, Admiral Michalew lebt und die Allianz bereitet den großen Angriff auf das Imperium vor (obwohl dieses mit den Ash’Gul’Kon verbündet ist. Das ist viel Inhalt für die kurzen Episoden und so sorgt das Erzähltempo bereits für einen ordentlichen Lesefluss.

Der Inhalt ist leider so getrieben wie eh und je. Die Allianz reagiert einmal mehr ausschließlich auf die Infiltration ihrer Forschungsstation. Die Enthüllung, dass der Zeitreisende Kevin Rosenbaum noch lebt, kombiniert Kirby nicht selbst, sie muss darauf gestoßen werden. Und zuletzt wird selbst der pro-aktive Angriff der Allianz auf das Imperium von externen Ereignissen angetrieben. All die einzelnen Puzzleteile bilden dadurch keine wirkliche Handlung, hier wird Plotelement and Plotelement gereiht.

Das ist ärgerlich, immer wieder werden irdische, kosmische oder anderweitige Mächte bemüht, um die Handlung voranzutreiebn. Warum setzt man die Serie nicht mit soliden Erzählungen und Abenteuern fort, in denen die Leistungen der Akteure auch etwas zählen? Stattdessen werden alte Kamellen in Form von Michalew und Rosenberg wieder aufgewärmt. In Heliosphere 2265 ist es im Moment essenziell, schnell auf Situationen reagieren zu können. Den Handlungsträgern wird jedoch nicht abverlangt, auch einmal mitzudenken bzw. selbst zu handeln. Es wäre schön, wenn die Serie endlich von ihrem Handlungspotential leben könnte und nicht immer wieder auf hastig zusammengewürfelte Überraschungen setzen müsste.

Nun sind immerhin viele Elemente für das dreiteilige Finale der ersten 50-Bände der Serie beisammen. Hoffentlich kommt man mit den vielen konstruierten Elementen aus und kann nun ein spannendes, handlungsgetriebenes und inhaltlich überzeugendes Finale bieten. Das überzeugende Erzähltempo und die vielen faszinierenden (und noch zu erkundenden) Welten der Serie hätten es verdient.

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