Die Weiße Frau (ARD-Radiotatort)

In Bruck spukt es. Just an dem Ort, an dem zehn Jahre zuvor zu einem tödlichen Autounfall kam, sehen mehrere Autofahrer eine weiße Frau. Der Schluss, es handele sich um den Geist des bei dem Unfall verstorbenen Mädchen, liegt nahe. Die Polizei ist verpflichtet, diesen Vorgängen nachzugehen. Lustlos übernehmen die Brucker Kollegen diese Aufgabe. Doch obwohl sie keine Hinweise finden, taucht der Geist immer wieder auf.

In dem aktuellen bayerischen Tatort geht es weder um Mord noch um ein direkt verübtes Verbrechen, das die Polizisten untersuchen. Dadurch fehlt dem Hörspiel über weite Zeit der Fokus. Der Zuhörer rätselt, worum es in dem Fall eigentlich geht, da es bis auf die Verbindung zu dem Autounfall keine weiteren Indizien gibt.

Der Geist selbst bringt zwar nächtliche Autofahrer durch Ablenkung in leichte Gefahr. Eine wirkliche Bedrohung stellt die Erscheinung jedoch nicht da. Stattdessen dreht sich bald alles um die Überlebenden Teilnehmer des Autounfalls. Hier erlebt der Zuhörer eine durchaus dramatische Geschichte vierer Freunde, aus deren Kreis ein Teilnehmer moralisch völlig versagt hat und dennoch am Besten aus dem Unfallhergang herausgekommen ist.

Und so stellt sich der Geist als Racheaktion heraus, die durchaus gut funktioniert am Ende jedoch zu einem aus dem Handlungsverlauf nicht wirklich zu erklärenden Geständnis fügt. Der Schluss des Stücks bleibt damit so wage wie die Handlung selbst: Sie plätschert vor sich hin, beantwortet alle Fragen und baut trotz einige dramatischen Ereignisse nur sehr wenig Spannung auf.

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