Die Stunde des Hydree (von Jana Paradigi / Maddrax Band 460)

Starnpazz und Wang’Kul haben es zurück zum Mars geschafft. Mit der Hilfe des Hydree von Aquus gelingt es tatsächlich, die uralte Terraformingmaschine auf dem Mars in Bewegung zu setzen. Dadurch sollen die Nahrungsprobleme des Planeten gelöst und die Grundlage für die Evakuierung der Menschheit auf den roten Planeten gelegt werden. Nebenbei erhofft sich Nomi, die Präsidentin des Planeten, zudem eine Stabilisierung ihrer politischen Position. Doch statt der erhofften Erlösung bedeckt die Maschine den Mars mit einer unerklärbaren grünen Schicht, die bald auf die ersten lebenden Organismen übergreift und für Chaos sorgt. Nomi sieht sich mit dieser Naturkatastrophe und einer politischen Opposition aus unerwarteter Richtung ausgesetzt.

Im Zyklus von Band 400 bis 450 gehörten die Mars-Romane zu den stärksten Episoden. Die politischen Ränkespiele in Verbindung mit dem Kampf um das Überleben sowohl der Mars-Gesellschaft als auch der Menschheit boten ein spannendes Setting. Dabei wurde an einigen Stellen die aufkeimende Liebesbeziehung zwischen der Präsidentin Nomi und dem Waldmenschen Nachtstimme etwas überlastet. In „Die Stunde des Hydree“ tritt diese Beziehung gänzlich in den Vordergrund.

Nomis Entscheidungen entfremden sie zunehmend von Nachtstimme. Er, der die Maschine der Hydree selbst entschlüsselt hat, warnt davor sie ohne vorherige Prüfung in Betrieb zu nehmen. Aus politischen Gründen kann Nomi jedoch nicht warten. In Verbindung mit Nomis Freundschaft zu ihrem einstigen Erzfeind Gonzales kommt es immer wieder zu platten und unsinnigen Streitgesprächen zwischen Gonzales und Nachtstimme. Das ist schade, da die Waldmenschen Handlung durchaus überzeugend ist. In Verbindung mit einem alten Seher des Volkes bringt dieser Aspekt der Handlung ein interessantes, mystisches Element in die Handlung. Das wird jedoch immer wieder durch sich wiederholende Eifersuchtshandlungen überspielt.

Genau so wiederholend ist die Handlung um die Mars-Opposition. Auch hier erlebt man dieselben Muster wie in vorherigen Mars-Erzählungen, was zu einem gewissen Abnutzungseffekt führt. Das kann auch dadurch nicht gerettet werden, dass „Die Stunde des Hydree“ Wang’Kuls Enttäuschung über den kühlen Empfang auf dem Mars sehr gut in Szene setzt. Der einstige Hydree-Krieger hatte sich eine Rolle als Held vorgestellt und landet doch nur in den politischen Intrigen auf dem Mars.

Alles in allem ist „Die Stunde des Hydree“ ein atmosphärisch durchaus gelungener jedoch mäßig spannender, bekannte Motive wiederverwertender Roman mit einem bemüht-hektischem Schluss.

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