Späte Rache (von Sascha Vennemann / Maddrax Band 459)

Matt und seine Begleiter sind auf dem Weg zum nächsten Techno-Funkkontakt, der sie nach Syrien lotst. Doch unterwegs bricht das Funksignal ab, eine Quelle auf Zypern stört es. Kurzerhand entscheidet sich Matt, die Ursache zu untersuchen, um möglicherweise weitere Technos aufzuspüren. Auf Zypern gerät Matts Team und sein Panzer umgehend unter Beschuss. Die Situation wird nur durch die Rückkehr Hordelabs und der ihn begleitenden Daa’muren Grao und Ira entschärft. Matt und Grao wissen nicht, dass eine uralte Bekannte hinter ihnen her ist und auf Rache sinnt.

„Späte Rache“ ist ein dichter Roman mit drei Handlungsebenen. In der Vergangenheit erlebt man E’Fahs skrupellose Vorbereitung ihrer Rache. In der Gegenwart gilt es nicht nur für Matt und sein Team, ihr Überleben zu sichern und die Motive der ängstlichen zypriotischen Technos herauszufinden, sondern sich auch aus E’Fahs lange geplanter Rache herauszuwinden. Gemeinsam sorgt das für viel Tempo und ein hohes Maß an Spannung in der Erzählung. Gleichzeitig bleibt aber für jede Erzählebene kaum Platz. Das ist schade, denn aus den Elementen dieser Folge hätte man mindestens einen Zweiteiler machen können.

E’Fahs Geschichte, in der sie skrupellos vorgeht, ist nicht nur temporeich, sondern auch sehr eindringlich geschrieben. Hier hätte man gerne mehr gelesen, über die Hydriten-Dame, die zwar auf der einen Seite aus Rache über den Mord an ihrem Sohn handelt, auf der anderen Seite aber ihre eigenen Kinder in Gefahr bringt. Dieser Zwiespalt hätte durchaus mehr Platz verdient. Dasselbe gilt für die Techno-Community auf Zypern, die einst in dieselbe Falle wie
gelaufen ist. Seitdem schotten sich die Zyprioten ab und ziehen es vor, auf ihrer Insel den nahenden Untergang abzuwarten anstatt sich selbst mit Matts Hilfe in Sicherheit zu bringen. Beides sind faszinierende Elemente, die den Roman tragen und doch viel zu kurz kommen.

Aufgrund der Dichte wird auch die finale Konfrontation zwischen E’fah auf der einen und Matt und Grao auf der anderen Seite auf wenigen Seiten abgehandelt. Leider kann das Ende kaum überzeugen: Nach langem Warten wird E’fah in kürzester Zeit überwältigt, es ist nie zu erkennen, dass sie einen Plan gegen ihre Widersacher hat. Das ist enttäuschend.

Zurück bleibt dennoch ein spannender, schnell gelesener Roman, der allerdings als Zweiteiler mit mehr Platz für die Haupthandlung deutlich besser funktioniert hätte.

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