Bullyparade – Der Film

Anders als die vorherigen aus der „Bullyparade“ hervorgegangenen Filme, erzählt „Bullyparade“ keine zusammenhängende Geschichte. Stattdessen präsentiert der Film fünf in sich mehr oder weniger abgeschlossene Episoden. In der ersten schicken sich Jens und Jörg Kasirske an, den Mauerfall mithilfe einer Zeitreise zu verhindern, um den damit verbundenen Auftritt von David Hasselhoff zu verhindern. Winnetou muss in der zweiten Episode Old Shatterhand davon überzeugen, sein Trauzeuge zu werden, und leitet damit eine brutale Verfolgungsjagd durch Kopfgeldjäger ein. Das Kaiserehepaar Sissi und Franz besichtigen derweil ein potenzielles Wochenendschlösschen, das sich als Geisterhaus entpuppt. Lutz und Löffler benötigen dringend Geld, um Lutz vor einer ca. 4 stündigen Haftstrafe zu verschonen und lassen sich auf die Praktiken an der Wall Street ein. Zuletzt müssen Captain Kork und seine Besatzung der U.S.S. Hasselhoff den Planeten der Frauen gegenüber einer haareschneidenden Klonarmee verteidigen.

„Der Schuh des Manitu“ überzeugte als erster Filmableger der Bullyparade durch eine hohe Gagdichte und eine durchaus konsistente Karl May Parodie. Der Nachfolger „(T)Raumschiff Surprise“ konnte an den Humor nicht mehr ganz anknüpfen. Ursächlich dafür waren die vielen Wechsel von Science Fiction- zu Mittelalter- und anschließend zu einem Wild-West Setting, die nicht gänzlich in eine überzeugende Handlung passen wollten. „Bullyparade – Der Film“ entgeht dieser Falle, indem der Streifen von Beginn an als Episodenfilm angelegt ist.

Dabei sind besonders die beiden kürzesten Episoden sehr gelungen. Sowohl die Kasirsksche „Zurück in die Zukunft“-, als auch die Lutz und Löffler „Wolf of Wallstreet“-Parodien sind pointiert und regen trotz nicht übermäßig kreativer Settings angesichts der eigenwilligen Protagonisten zum Schmunzeln an.

Die Episode „Winnetou in love“ überrascht ein wenig dadurch, dass nun die offiziellen Karl May Begriffe verwendet werden anstatt der vertrauteren Namen aus dem „Schuh des Manitu“. Die Handlung selbst ist jedoch gelungen, ergeht sich aber zu sehr in Anspielungen auf Bullys Meisterwerk. Das ist unterhaltsam, aber streckenweise auch etwas fad.

Die „Wechseljahre einer Kaiserin“ sind vielleicht die am Besten gespielten Szenen des Films. Leider fügt sich dies nicht in eine pointierte, sondern eher in eine langatmige Handlung ein. Hier passiert neben dem wunderbar gespielten Anschmachten zwischen Sissi und ihrem Franz eigentlich gar nichts. Zwar gibt es solide Anspielungen auf politische Zustände in und um der Habsburgermonarchie, mehr bietet die Episode jedoch nicht.

Der Einsatz der „U.S.S. Hasselhoff“ auf dem Planeten der Frauen ist zum Abschluss des Films die „Star Trek“- und „Star Wars“-Parodie, die „(T)Raumschiff Surprise“ auf voller Spielfilmlänge hätte sein können, wenn es sich nicht direkt ins Mittelalter und den Wilden Westen gerettet hätte. Es überzeugen nicht alle Lacher und einige Tanzeinlagen sind vielleicht etwas langatmig, doch die vielen Anspielungen auf jüngere und ältere Science Fiction Filme zusammen mit gelungen gespielten Charakteren und überzeugenden Witzen, machen diese Episode zu einem gelungen Abschluss des Films.

Zusammen bilden die einzelnen Episoden in „Bullyparade – Der Film“ einen sehr soliden Film. Die Charaktere sind gut und facettenreich gespielt, der Humor rutscht selten ins Langatmige, aber dafür häufiger ins angenehm Absurde ab und die Episoden sind in der Regel kurz, gut und pointiert. Das kommt nicht an den Unterhaltungswert des „Schuh des Manitus“ heran, überflügelt aber das (T)Raumschiff und unterhält über die komplette Laufzeit gut.

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