Das Todesgen (von Andreas Suchanek / Heliosphere 2265 Band 44)

Dank der Fertigstellung einer Superintelligenz konnte eine Große Invasion der Ash’Gul’Kon verhindert werden. Nun rückt das Imperium Björn Sjöbergs wieder in den Fokus der einst aus Rebellen entstandenen Republik: Sjöberg setzt zunehmend auf genetisch veränderte und auf Loyalität programmierte Supersoldaten. Commodore Jayden Cross wird mit der Hyperion entsandt, um dem imperialen Züchtungsprogramm ein Ende zu setzen. Gleichzeitig wird seine Freundin, Captain „Kirby“ Belflair auf eine Undercover Mission in das Imperium entsandt.

„Heliosphere 2265“ ist immer dann besonders stark, wenn sich die Handlung weg von kosmischen und abstrakten Phänomenen bewegt und sich mehr auf die faszinierende menschlichen Welten konzentriert. Das ist auch in „Das Todesgen“ der Fall: Die Handlung bewegt sich weg von den übermächtigen Ash’Gul’Kon (die natürlich im Hintergrund weiterhin aktiv bleiben) und konzentriert sich wieder auf den Konflikt zwischen dem Imperium Björn Sjöbergs und der freien Republik. Das ist auch deswegen möglich, weil sich die neu geschaffene Superintelligenz weigert, in andere Konflikte als den Krieg gegen die Ash’Gul’Kon einzugreifen – das ist ein überaus kluger Schachzug Suchaneks.

Glücklicherweis lässt Suchanek auch Sjöberg selbst aus dem Spiel. Dieser wurde in den vergangenen Bänden leider in eine nicht mehr ernst zu nehmende Witzfigur umgewandelt. In „Das Todesgen“ erhält man nun Einblicke in die einfach Leitungsebene des Imperiums, was deutlich überzeugender als all der Unsinn ist, den Sjöberg in den vergangenen zwei Zyklen produziert hat.

Die Infiltration der genetischen Forschungsstation mithilfe der Eriin-Allianz ist sehr gelungen und spannend. Cross und seiner Mannschaft gelingt es rasch, Verbündete und Informationen zu sammeln. Natürlich wird die Aktion aufgedeckt, was zu einer unterhaltsamen und spannenden Rettungsmission führt. Dieser Hauptteil der Handlung ist sehr gelungen, erlebt man die Protagonisten der Serie hier endlich mal als aktive Handlungsträger und erhält gleichzeitig weitere Einblicke in die Funktionsweise des Imperiums.

Die Zweitmission, in der Kirby mit einigen ihrer Führungsoffiziere versucht, den aufständischen Mars zu erreichen, ist ebenfalls sehr gelungen. Die drei Republikaner geben sich als imperiale Offiziere aus und müssen ständig mit der Enttarnung rechnen. Ihr Versteckspiel ist nicht nur kurzweilig, sondern angesichts ihres Ekels vor den Vorgängen im Imperium auch für die Charakterentwicklung sehr interessant.

Alles in allem ist „Das Todesgen“ eine sehr gelungene Erzählung, die die langatmige und konstruierte kosmische Handlung der Serie endlich mal wieder beiseite legt und sich auf tatsächliche Aktionen ihrer Protagonisten konzentriert. Wenn das geschieht, kann „Heliosphere 2265“ eine unterhaltsame und spannende Serie sein.

 

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