Das Schicksal der Erde (von Sascha Vennemann / Maddrax Band 450)

Matt kehrt auf die Erde zurück. Er muss feststellen, dass seit seinem Verlassen zwei Jahre vergangen sind. Folglich herrscht Chaos: Der Mond, der zuvor gerade aus der Bahn geraten war, ist dem Planeten bereits sehr nahe – es wird nicht mehr lange bis zu seinem Absturz dauern. Glücklicherweise hat Matt von den (vermeintlichen) Friedenswahrern einen Evakuierungsplan erhalten. Doch dafür muss er auswählen, welche Menschen es wert sind, auf den Mond Nuova im Friedenswahrersystem evakuiert zu werden. Zunächst begibt sich Matt nach England, um mit den dortigen technischen Möglichkeiten, einen Überblick über die Situation auf der Erde zu erhalten.

Die post-apokalyptische und gleichzeitig prä-apokalyptische Erde bietet ein stimmungsreiches Panorama, durch das Matt reisen muss. Mit Tom und Xij werden ihm sofort zwei Begleiter zur Seite gestellt, die ihn zudem über die Ereignisse der vergangenen zwei Jahre aufklären können. „Das Schicksal der Erde“ ist damit der Start eines neuen Abschnittes und wiederholt viele Ereignisse der vorherigen 50 Bände. Dem Roman gelingt es dabei nicht, diesen Aufbruch in eine interessante Geschichte zu verhüllen: Matts Reise nach England bleibt blass und streckenweise langweilig.

Das liegt auch daran, dass die wahre Motivation der Friedenswahrer dem Leser längst bekannt ist. Sie wollen den Menschen keineswegs selbstlos helfen. Stattdessen planen sie, die Körper der Flüchtlinge brutal auszubeuten. Insofern sind dem Leser Schritte des Friedenswahrers, der Matt begleitet, bereits im Vorfeld klar. Matt und seine Begleiter rätseln stattdessen über die Bedeutung merkwürdiger Entscheidungen.

Der Kern des Romans ist eine Naturkatastrophe, die durch den nahenden Mond ausgelöst wurde. Ein riesiger Tsunami trifft weite Teile Europas und verschlingt zum Beispiel die übrig gebliebene Bevölkerung Londons. Das ist nett vorbereitet durch eine rührige Vater-Tochter Geschichte in Spanien. Trotzdem kann die Handlung nicht richtig überzeugen. Zwar werden in London bekannte Communities ausgelöscht und es gibt viele Tote. Dennoch gelingt es Vennemann nicht, dieses Ereignis mit Leben und Dramatik zu füllen. Stattdessen bleiben die Verluste unangenehm abstrakt.

„Das Schicksal der Erde“ ist ein schwacher Auftakt in die zweite Hälfte des Friedenswahrer-Zyklus. Matts Aufgabe ist bereits bekannt, die Motivation (bzw. die Verschwörung) dahinter ist es jedoch ebenfalls. Der Roman bringt wenig Neues außer einer Naturkatastrophe, die gefühlt hauptsächlich dazu dient, für die kommenden Romane etwas Aufräumarbeit mit sich zu bringen. Nach der weitestgehend sehr starken ersten Hälfte des Großzyklus, hätte man aus dem Handlungswechsel zur Erde mehr machen können.

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