Ohne Balance (von Ian Rolf Hill / Maddrax Band 442)

mx442Matt und seine Gefährtinnen sind weiterhin auf dem Weg zum Transferturm auf Messis. Auf dem Weg werden sie von einem blutrünstigen Monster angegriffen. Knapp können sie sich aus den Klauen des Biestes befreien. Im nächstgelegenen Dorf erfahren sie, dass die männliche Variante dieses Tieres weite Teile der Ernte vernichtet. Die Dorfbewohner verfügen über einen Heißluftballon und planen den männlichen, insektenähnlichen Wesen mithilfe eines Pestizids den Garaus zu machen. Matt erhofft sich von der Ballonfahrt einen Ausblick auf den Transferturm. Aus diesem Grund begeben sich Matt und Aruula auf die Ballonfahrt, obwohl die Insekten äußerst aggressiv werden, sobald das Pestizid angewandt wird.

„Ohne Balance“ verfolgt zunächst einmal ein sehr gelungenes Thema. Messis unterliegt einem tiefgreifenden biologischem Wandel. Der Leser hat in den vorherigen Romanen bereits erfahren, dass sich die Umwelt verändert und es immer schwieriger wird, die Bevölkerung zu ernähren. In diesem Teil versuchen einige Messianer sich nun eine Atempause zu verschaffen. Ihr Plan klingt logisch: Indem sie die männlichen, erntefressenden Insekten vernichten reduzieren sie auch die weibliche, tödliche Population. Das sollte eine win-win Situation sein.

Dies sorgt für eine spannende Ausgangslage, denn die Schädlingsbekämpfung ist angesichts aggressiver männlicher Insekten äußerst gefährlich. Hill vermischt diesen Handlungsstrang zudem mit einer kleinen Biostunde. Im Verlauf der Handlung erfährt der Leser mehr über die Schädlinge und bald zeigt sich auf, dass die Dorfbewohner einen katastrophalen Fehler gemacht haben, der sie nicht nur ihre Ernte, sondern auch ihre Zukunft kosten könnte. Diese Entwicklung ist sehr überzeugend dargestellt. Obwohl sie in einigen Momenten etwas moralisierend erscheint, ist es doch ein sehr überzeugendes Lehrstück über fatale Umwelteingriffe.

Die parallel laufende Handlung um die Friedenswahrer ist hingegen wieder einmal nicht ganz überzeugend. In den vorherigen Bänden wurden Matt und seine Gefährtinnen von einem Kontra verfolgt. Die Kontras stehen zwar auch hinter den Zielen der Friedenswahrer möchten sie aber „humaner“ erreichen. Das bedeutet, dass sie großangelegten Experimenten mit vernunftbegabten Wesen generell skeptisch gegenüber stehen. In „Ohne Balance“ beschäftigen sich endlich auch die offiziellen Organe der Friedenswahrer mit der Situation auf Messis und beginnen die Verfolgung der Menschen und der Kontras. Hier stellt sich zunächst die Frage, warum dies so spät geschieht. Gleichzeitig ist es aber auch enttäuschend, dass den Kontras scheinbar das Handwerk gelegt wird. Warum wurde diese Verfolgung so lange und langatmig aufgebaut, wenn sie hier ein jähes Ende findet? Wieder einmal wirkt der Handlungsstrang der Friedenswahrer dadurch nicht ganz durchgeplant.

„Ohne Balance“ überzeugt inhaltlich und bietet zudem viel Spannung und Unterhaltung. Das hinterlässt trotz der misslungenen Handlung um die Friedenswahrer einen überzeugenden Eindruck.

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