Zielpunkt: Erde (von Sascha Vennemann / Maddrax Band 425)

mx425Maddrax und Aruula sind von den Friedenswahrern als Testsubjekte durch ein Wurmloch entführt worden. Nun macht sich der Friedenswahrer Starnpazz auf den Weg in die andere Richtung: Um das Potential der Menschen zu erkunden, begibt er sich auf die Erde, der durch das Absinken des Mondes die Vernichtung droht. Er trifft in einer noch apokalyptischeren Welt ein als der Leser gewohnt ist und begibt sich mithilfe einer Sprungmaschine auf die Suche nach belastbaren Karten und Informationen über die Erde und die Menschen.

Zunächst macht der Roman einen sterilen Eindruck. Starnpazz tritt in eine untergehende Welt ein und fühlt sich absolut unbeteiligt. In keinem Moment gelingt es ihm, Mitleid für die Wesen um ihn herum aufzubringen. Das ist schade, denn der Leser fühlt natürlich mit der liebgewonnenen post-apokalyptischen Erde. Andererseits gibt diese Perspektive Neueinsteigern in die Serie, die erst mit Band 400 dazu gekommen sind, einen guten Eindruck über die prekären Verhältnisse auf der Erde, in denen selbst Technos allergrößte Schwierigkeiten haben, ihr Überleben zu sichern und das Leben überall einmal mehr ein ständiger Überlebenskampf ist.

Nach diesem arg distanzierten Auftakt wird die Handlung überzeugender. Starnpazz kann geradezu frei auf dem Erdball herumhüpfen und nutzt diese Möglichkeit exzessiv. Je mehr Menschen er begegnet, desto grausamer wird seine Distanziertheit. Der Leser weiß, dass sich Starnpazz selbst zu einer Widerstandszelle zählt, die nicht mit dem Testverhalten der Friedenswahrer und deren unmenschliche Auswirkungen einverstanden ist. Und obwohl er also somit etwas Mitgefühl mit seinen „Subjekten“ hat, agiert er auf der Erde absolut rational und lässt wichtige Charaktere ohne mit einer Wimper zu zucken sterben. Dabei gibt er sich immer als Freund von Matt aus, was in der Zukunft sicherlich noch für Konsequenzen sorgen wird. Dieser Mix kreiert eine spannende Handlung, die zudem in einem überzeugenden Cliffhanger endet.

Dadurch wird „Zielpunkt: Erde“ nicht nur zu einer unterhaltsamen und damit gelungenen Folge, sondern auch ein wenig zu Folter. Denn der Handlung auf der Erde verbleibt gerade einmal ein weiterer Heftroman. Starnpazz hat aber bereits in diesem Auftakt genug interessante Handlungen angestoßen, um weitere Hefte zu füllen. Eine realistische Chance, schnell zu der Erde-Handlung zurückzukehren, besteht angesichts der Ereignisse im System der Friedenswahrer jedoch nicht. Solange der folgende Roman nicht eine sehr dichte und verworrene Handlung präsentiert, müssen Leser der Serie noch eine Weile treu bleiben, möchten sie alle Auswirkungen dieser spannenden Handlung erleben.

 

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