Die magnetische Falle (von Wolf Binder / Maddrax Band 415)

Mx415Matt und Aruula scheinen die legendäre Insel Assala erreicht zu haben. Doch ein mysteriöser Sog sorgt dafür, dass ihr Boot vor dem Ufer der Insel auf Grund läuft. Bald finden die Gefährten heraus, dass sie nicht allein auf der Insel sind: Auch andere Lebewesen sind dort bereits gestrandet. Es scheint als gäbe es ein intelligentes Lebewesen, das hinter der Anziehung steckt und gezielt Boote zur Insel lockt. Und dann sind da noch freundliche und nicht so freundliche Kraken, die in den Gewässern vor der Insel auftauchen.

„Die magnetische Falle“ versucht die Geschichte einer großen Tragödie zu erzählen. Einst strandete ein Exxen Paar auf der Insel und hoffte, sich dort eine neue Zukunft fernab der Friedenswahrer aufbauen zu können. Doch ein Wesen des Paars starb, das andere scheint verbittert an einer Art Plan zu arbeiten, für das es Materialien der Polatai benötigt. Aus diesem Grund lockt es vorbeiziehende Schiffe zu der Insel. Einst wurde ihm zudem von einer Krake das Leben gerettet, die Krake wiederum starb bei dem Ereignis. Der Exxe wollte sich dankbar zeigen und sich um den Nachwuchs kümmern, erschuf jedoch lediglich abhängige, durch technische Implantate gesteuerte Sklaven. Das Drama um verlorene Hoffnung und versklavte Kraken schimmert in der Handlung immer wieder durch, kann jedoch zu keinem Zeitpunkt überzeugend verarbeitet werden. Dafür kümmert sich die Erzählung viel zu wenig um die Gefühlswelt des Exxon nach dem Verlust seiner Partnerin und auch viel zu wenig um die Intelligenz (und dem damit verbundenen Leid) der Kraken.

Zurück bleibt also ein klassischer Befreiungsroman: Wieder einmal finden sich Matt und Aruula in einem (größeren) Gefängnis wieder und müssen sich irgendwie daraus befreien. Trotz des großen ungenutzten Potentials des Romans, ist das streckenweise wirklich spannend zu lesen. Besonders gelungen sind die Polatai und ihr fliegender Begleiter. Mit diesen müssen die beiden Gefährten kooperieren, um den Exxen zu stoppen. Gleichzeitig ist aber von Anfang an klar, dass die Polatai sich notfalls Matt und Aruula entledigen werden, um von der Insel zu fliehen. Allerdings sind lediglich die Polatai zu Gewalt bereit, das Flugwesen mit dem Namen Maljariies hat eine deutlich komplexere Motivation. Die Kooperation ist somit sehr prekär, was für viel Spannung sorgt.

„Die magnetische Falle“ ist also ein unterhaltsamer Zwischenroman, der streckenweise sehr spannend unterhält, aber vor allem am Anfang zu gemächlich aufgebaut wird und dem es vor allem nicht gelingt, die Tragödie hinter der eigentlichen Handlung frei zu legen.

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