Aus tödlicher Tiefe (von Sascha Vennemann und Lucy Guth / Maddrax Band 412)

mx412Matt, Aruula und ihre Begleiter Mi-Ruut sind in einer prekären Lage: Ohne Vorräte treiben sie auf dem riesigen Meer von Aquus herum. Die nächste Insel ist einige Tage entfernt, zu weit, um ohne Vorräte zu überstehen. Da ortet Aruulas Lauschsinn ein intelligentes Wesen in den Tiefen des Ozeans. Mit etwas Mühe gelingt es ihr, dessen Aufmerksamkeit zu wecken und bringt die Gruppe damit in höchste Not.

„Aus tödlicher Tiefe“ hat drei Handlungsebenen. Zunächst gibt es die titelgebende Auseinandersetzung mit einer riesigen Seeschlange, die glücklicherweise lediglich der Auftakt der Erzählung ist. In einer Nebenhandlung nimmt Kra’rarr im Auftrag der Friedenswahrer die Verfolgung von Matt und Aruula auf. Diese wiederum müssen sich auf der nächsten Insel um Vorräte kümmern. Unglücklicherweise gehört die dortige Mine ausgerechnet dem Aquus-Einheimischen, dem sie seine Yacht gestohlen haben. Diese vielen Ebenen machen die Episoden zu einem dicht erzählten Ereignis mit einem hohen Tempo.

Dabei überzeugt vor allem die Handlung um Kra’rarr. Diese hat sich zu einer rücksichtslosen Anti-Heldin entwickelt, die wenig Skrupel bei ihrem Vorgehen hat. Dieser Abschnitt bringt dem Leser weitere Eigenheiten der sozialen Struktur von Aquus näher. Darüber hinaus wirkt das rücksichtslose Vorgehen der Friedenswahreragentin wie ein Erzählsog.

Aber auch Matt und Aruulas Erlebnisse auf der Insel sind sehr spannend beschrieben. Die Verwalterin der Mine auf der Insel, Lilia, hat nicht nur eine feine Nase, sondern kann selbst Gerüche aussenden. Indem sie sexuelle Pheromone auf ihre Opfer streut, macht sie sich diese zu hilflosen (Sex) Gehilfen. Dies ist eine geradezu unbesiegbare Falle, aus der sich Matt und Aruula nur mit viel Mühe und Not retten können. Der Weg dahin ist überzeugend geschildert, sehr spannend und gibt erstmals auch Mi-Ruut eine größere Rolle. Dieser Charakter entwickelt langsam das Potential, ein solider Begleiter der beiden Menschen zu werden.

„Aus tödlicher Tiefe“ vermeidet damit die Schwächen des Vorgängers, vor allem ist es angenehm, dass Matt und Aruulas „Vergessen“ ihrer Herkunft nur am Rande thematisiert wird. Stattdessen fokussieren sich die Autoren ganz auf das große Potential, dass Aquus und seine Bewohner bieten und machen daraus eine handlungsreiche und spannende Geschichte. Das unterhält sehr gut.

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