Heimkehr (von Andreas Suchanek / Heliosphere Band 22)

helios22Nach einer langen Reise in die Zukunft kehrt die Hyperion mit vielen Informationen in die Seriengegenwart zurück. Dort wird sie verständlicherweise skeptisch empfangen. Die Rebellen der neuen Solaren Republik hielten die Hyperion schließlich für Tod und dass das Schiff mit einer Vielzahl an imperialen Schiffen aus der Zukunft in das Alzir-System zurückkehrt macht die Lage nicht besser. Die Besatzungsmitglieder der Hyperion genießen daher nicht nur ihren verdienten Urlaub, sondern müssen sich auch kleineren und größeren Prüfungen unterziehen. Captain Cross hingegen wird rasch wieder auf eine Mission entsandt: Er soll helfen, diplomatische Bande zu Imperator Sjöberg zu knöpfen.

„Heimkehr“ beginnt als ruhiger, geradezu gemächlicher Band. Nach dem durchgängig hohen Tempo für die Charaktere in den vorherigen Bänden ist das angenehm zu lesen. Suchanek nimmt sich nämlich noch etwas mehr Zeit für seine Protagonisten als im vorherigen Band als jeder sich auf die bevorstehende Auslegung vorbereitete. Dadurch kommt man wieder etwas mehr in Kontakt mit den Sorgen und Wünschen der einzelnen Handlungsträger, was die Serie sehr bereichert. Außerdem ist die Skepsis der Rebellen sehr gut getroffen und schwankt genau auf der richtigen Linie zwischen Vorsicht und Paranoia. Nach all den Angriffen auf das Alzir-System wäre alles andere äußerst überraschend.

Der Handlungskern der Erzählung kann hingegen nicht überzeugen. Die neu gewählte Präsidentin schickt Captain Cross mit Captain Belflair und ihrer Außenministerin zu einem Treffen mit Imperator Sjöberg. Dieser ist an den Informationen der Hyperion interessiert und bietet im Austausch den Zugriff auf Datenbanken des Imperiums. Die Rebellen treffen den Imperator im leeren Raum und stimmen zu, dass lediglich Cross und seine Cousine, die Außenministerin, auf das Schiff des Solaren Imperiums übersetzen. Natürlich gerät das Treffen zu einem Desaster, indem Cross alle seine Informationen teilt und Sjöberg im Gegenzug die Außenministerin ermordet und Cross als Warnung krankenhausreif prügelt. Dies wirkt manisch und absolut idiotisch. Auch die Rebellen geben hier kein gutes Bild ab, da ihre Vorsichtsmaßnahmen absolut stümperhaft sind. Hauptsächlich ist es aber in keiner Weise verständlich, wie Sjöberg die Kontrolle über sein Imperium wahren kann, wenn er selbst solch ein Psychopath ist. Immerhin macht auch diese Folge wieder deutlich, dass Sjöberg trotz seiner Killchips auf die Unterstützung loyaler Anhänger angewiesen ist. Dass er diese Anhängerschaft mit seinem Wahnsinn bei Laune halten kann, ist äußerst unrealistisch.

Am Ende der Erzählung wird die Hyperion zu den Kybernetikern geschickt, die sich vor kurzem von dem Imperium los gesagt haben. Hier stellt sich ebenfalls die Frage, warum Sjöberg an dieser Front nicht bereits früher gearbeitet hat und die Kybernetiker unter seine Kontrolle gebracht hat (oder es zumindest versuchte). Auch hierfür gibt es hoffentlich im kommenden Teil eine überzeugende Antwort.

„Heimkehr“ überzeugt mit gelungenen Charakteren und eine überzeugend geschilderten Rückkehr der Hyperion in die Seriengegenwart. Damit hat die unselige Erzählweise auf zwei Zeitebenen ein Ende. Inhaltlich geschieht weiterhin nichts Neues und zentrale Elemente der Serie allen voran Imperator Sjöberg erweisen sich zunehmend als unglaubwürdig. Die verbleibenden zwei Episoden des laufenden Zyklus werden zeigen, ob dieser Eindruck revidiert werden kann.

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