Gefrorene Zeit (von Christian Schwarz / Maddrax Band 405)

Mx 405Matt und Aruula sind weiterhin auf dem Weg in das Zentrum der Millionenstadt Toxx. Dort residieren die alles kontrollierenden Friedenswahrer und dort hoffen die beiden Gefährten auf ihre Freundin Xaana zu stoßen. Anders als alle anderen Lebewesen auf dem Planeten Terminus haben sie ihre Herkunft nicht vergessen. Dies ist nur dank ihrer Anzüge möglich, die sie vor der Vergessensstrahlung schützen. Allerdings ist die mächtige Tauchergilde der Stadt ebenfalls an den Anzügen interessiert. Durch ein Missgeschick wird Aruulas Anzug geklaut, während sie mit ihrer Freundin Kra’rarr in einem Bad weilt. Indem Matt und Aruula versuchen, den Anzug wiederzuerlangen, laufen sie direkt in eine tödliche Fall der Tauchergilde, die unter anderem von Kra’rarr vorbereitet wurde. Die einzige Hoffnung für die beiden ist der mysteriöse Hochwürden, der Matt und Aruula seit ihrer Ankunft in Toxx beschatten lässt.

„Gefrorene Zeit“ ist ein Roman, der sehr ruhig startet. Der Beginn bringt dem Leser weitere Eigenheiten Toxx, wie z.B. ein beeindruckendes Glockenviertel oder einen belebten Markt, näher. Nach dieser geradezu touristisch anmutenden Szene, in der Aruula und Matt wieder auf Kra’rarr treffen, kommt die Erzählung rasch zu ihrem eigentlichen Anliegen. Wieder einmal geht es um die wichtigen Anzüge, ohne die Matt und Aruula bald all ihr vorheriges Wissen verlieren würden. Obwohl dieses Problem nun schon mehrere Male thematisiert wurde, verdeutlicht die Handlung doch noch einmal die prekäre Situation, in der sich Matt und Aruula befinden. Sie sind auf die Anzüge angewiesen und dennoch regelmäßig dazu gezwungen, die Anzüge auch einmal abzulegen bzw. sogar aus den Augen zu lassen. Dass sie sich in dieser Hinsicht nicht einmal auf (vermeintliche) Freunde verlassen können, macht die Situation nicht besser.

Da der Leser relativ frühzeitig über die tödliche Falle der Tauchergilde informiert ist, baut das Heft ein ordentliches Maß an Spannung auf. Matt und Aruula stehen kurz davor, eine mit Sprengsätzen präparierte Brücke zu betreten. In dieser Situation greift Hochwürden ein, der mit einer Flüssigkeit aus seinem Körper die Zeit anhalten kann. Dies nimmt dem Roman ein Großteil seiner Spannung. Der Leser ist zwar wie Aruula zunächst etwas verwirrt, doch mit dem Ereignis ist der Anschlag der Tauchergilde de facto verhindert. Hochwürden unterhält sich vorher zwar noch ein wenig mit Aruula über deren Glauben an Wuden (um Material für seine eigene Religion, die seine Machtbasis darstellt, zu sammeln), aber anschließend können die beiden spielend leicht die Schergen der Tauchergilde überlisten. Das ist zwar kurzweilig, aber nur mäßig spannend.

Außerdem bleiben wieder einmal neue Fragen unbeantwortet ohne dass auf alte lose Enden eingegangen wird. Dem Leser ist jetzt klarer, dass Hochwürden dank einer selbst erfundenen Religion in Toxx sehr mächtig ist. Es ist aber nicht ersichtlich, warum er mit seinem eigenen Körpersaft die Zeit anhalten kann. Auch erfahren Matt und Aruula in diesem Roman keine neuen Informationen. Mittlerweile haben sie zwar verschiedene Anhaltspunkte, dass ihnen jemand folgt. Konkrete Hinweise fehlen weiterhin.

„Gefrorene Zeit“ bringt dem Leser Toxx ein Stück näher und unterstreicht die prekäre Situation von Matt und Aruula. Die Erzählung ist kurzweilig und das lange Gespräch über Religion ist überzeugend. Der Spannungsbogen des Romans ist jedoch nur schwach ausgeprägt und die Haupthandlung wird wieder einmal kaum voran gebracht.

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