Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere

„Die Schlacht der fünf Heere“ heißt der dritte und letzte Teil der Hobbit-Trilogie. Nach einer kurzen Overtüre, in der der Drache Smaug noch einmal eine Rolle spielt, dreht sich die Handlung beinahe ausschließlich um diese kollossale Schlacht. Reibereien zwischen Menschen, Elben und Zwergen, in deren Mittelpunkt die unglaublichen Schätze des Erebors stehen, sorgen dafür dass deren Heere denkbar schlecht auf den großen Orkangriff vorbereitet sind. In der Folge kommt es zu einer für alle Seiten verlustreichen Schlacht, in deren Mittelpunkt Bilbo Beutlin zwischen allen Seiten vermitteln muss.

Nach zwei sehr durchschnittlichen Filmen ist der letzte Teil der Hobbit-Reihe immerhin unterhaltsam. Anders als in den vorherigen Teilen ist das Tempo hoch. Kaum ist der Drache besiegt, droht bereits das nächste Ungemach und letztlich kulmuliert alles in einer großen, beeindruckenden Schlacht. Bilbos Rolle als Übermittler unterschiedlicher Botschaften innerhalb der Schlacht, wirkt diesmal sogar beinahe überzeigend. Dadurch wird man weitestgehend kurzweilig von dem Film unterhalten.

Leider können (fast) alle anderen Elemente des Films weiterhin nicht überzeugen. Erstens gibt es wieder einige unnötige weil langatmige Szenen. Nach dem Großteil der Schlacht verliert sich Jackson in zwei unnötige Zweikämpfe. Hier treten Legolas und Thorin ihrer jeweiligen Nemesis gegenüber. Beide Kämpfe dauern sehr lange, haben verschiedene Wendungen und haben einen überhaupt keinen emotionalen Nutzwert. Denn obwohl in den Auseinandersetzungen jeweils ein Charakter der guten Seite das Zeitliche segnen muss, ist man aufgrund der Länge des wild aufeinander Einschlagens am Ende nur noch froh, dass die stumpfe Handlung vorbei ist. Hier hätte man viel mehr herausarbeiten können.

Zweitens wirkt kaum ein Dialog des Films authentisch. Das gilt sowohl für die meisten Unterhaltungen auf dem Schlachtfeld als auch für „friedlichere“ Gespräche. Selten nimmt man den Schauspielern ihre Rolle wirklich ab. Vor allem auf den Schlachtfeldern kommt es zu grotesken Szenen. Während im „Herrn der Ringe“ die schnellen Dialoge zwischen Legolas und Gimli noch kleine Highlights werden, pervertiert Jackson die Dialoge im dritten Hobbit-Film endgültig. Hier hat man auch mal Zeit, sich zwischen einer Schlacht geradezu in den Arm zu nehmen. Zusammen mit anderen Unterhaltungen während eines Ork-Angriffes, wirkt das äußerst unrealistisch. Aber auch ein letztes Elben-Gespräch über die Liebe gerät so schmalzig und schlecht, dass es dem ehrwürdigen Volk gänzlich unwürdig erscheint, solche Worte auszusprechen.

Dritten und das ist der Hauptfehler dieses Films, misslingt die Anbindung an den „Herrn der Ringe“. Zur Erinnerung: Dies war einst die Hauptbegründung warum es drei (langatmiger) Filme bedurfte. Nun erlebt der Zuschauer zwar die jüngste Vorgeschichte Saurons, die Ereignisse um den Erebor werden jedoch kaum eingeordnet. Doch lediglich in einer Szene wird angedeutet, wie dezimiert das Elebenheer ist. Von den Zwergen kann man sich das lediglich denken. Durch das überraschend überhastete Ende wird nur Biblios Geschichte direkt an die nachfolgenden Filme angeschlossen. Die Chance, auch zu erklären, warum weder die Zwerge noch die Elben einen nennenswerten Beitrag zur Verteidigung Mittelerdes leisteten, lässt Jackson mit „Die Schlacht der fünf Heere“ ungenutzt verstreichen.

Insgesamt bietet der dritte Hobbit-Film in einigen Momenten zwar kurzweilige Unterhaltung. Weiterhin gelingt es dem Film jedoch nicht eine überzeugende Handlung, autentische Dialoge oder eine gute Anbindung an die nachfolgenden „Herr der Ringe“-Filme zu bieten. Das ist unterm Stricht weiterhin enttäuschend.

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