Die Asche der Welten – Die Saga der Sieben Sonnen Teil 7 (von Kevin J. Anderson)

die asche der weltenDie Hydroger sind zwar besiegt, doch die Faeros sind – angestachelt durch einen abtrünnigen Ildiraner – so aggressiv wie nie. Gleichzeitig bereiten die Kilikiss nicht nur die Vernichtung der von ihnen geschaffenen Roboter vor, sondern auch das Ende der Menschheit. Als währen das nicht ausreichend Bedrohungen, wird der Vorsitzende der Hanse Basil immer wahnsinniger. Während sich König Peter und der Rest der Menschheit zur Konföderation zusammengefunden haben, hält Basil die Erde fest im Griff, regiert immer diktatorischer und richtet verheerendes Unheil an.

Der letzte Roman der siebenhändigen Reihe ist kein überzeugender Höhepunkt. Spitzten sich im fünften Band erstmalig alle Handlungsstränge zu und sorgten für ein spannenden und ereignisreichen Roman, so dümpelt „Die Asche der Welten“ eher vor sich hin. Während die Ildiraner von den Faeros terrorisiert werden, versucht Basil unermüdlich der Konföderation Schaden zuzufügen. Dafür versucht er gleichzeitig ein Bündnis mit den Klivies und den Klikiss-Robotern zu schließen. Das kann natürlich nicht gut gehen, sorgt aber für wenig Spannung.

Bevor sich am Ende alle wieder im Orbit der Erde treffen, wird der Leser mit vielen bekannt wirkenden Nebenhandlungen gelangweilt. Das liest sich alles ganz nett, der spöttische Ton der meisten (typenhaft wirkenden) Charaktere und die kurzen Sätze sind schließlich geblieben. Das verhindert aber auch das Aufkommen jedweder ernster Diskussion und Komplexität. Wirkte es im ersten Band noch so, als hätte die Serie den Anspruch komplizierte Strukturen in einer unterhaltsame Handlung einzubinden, so wirken die politischen Vorgänge nur noch wie Karikaturen. Egal was auf der Erde passiert, vor dem Königspalast jubelt oder tobt eine Menge. Wenn der Erzvater redet – Jubel. Wenn Basil den Erzvater „von Gott“ töten lässt – Jubel. Neuer König – Jubel. Peter ist wieder König – Jubel. Hier hätte man sich mehr Mühe machen können.

Auch das Ende hätte deutlich besser gestaltet werden können. Anstatt (wie im fünften Teil ganz gut gelungen) mehrere Handlungsstränge zusammenzuführen, werden die Gefahren hier in der Reihenfolge Klikiss-Roboter – Klikiss – Faeros – Hanse abgearbeitet. Das wirkt beinahe so lieblos wie das schrecklich kitschige Ende. Dies ist gleich auf zwei Ebenen misslungen. Zum Einen ist es ganz schrecklich kitschig. Die Waise findet ein Zuhause bei einer unbekannten, unglaublich freundlichen und alten Dame. Ein Roamer-Pärchen kann endlich richtig zusammen sein und so weiter. Die letzten 60 Seiten sind kaum zu ertragen. Auf der anderen Seite wird aber nicht einmal versucht, die politische Handlung zu einem vernünftigen Abschluss zu bringen. König Peter wird zum Monarchen über die gesamte Menschheit eingesetzt und alles ist gut. Eine Übergabe an ein demokratisch gewähltes Organ erfolgt nicht. Warum auch – König Peter wurde in der ganzen Serie ja als das personifizierte Gute (wie die meisten anderen Charaktere) beschrieben. Jedes Volk sollte sich freuen, von ihm regiert werden zu dürfen. Das das unglaublich unrealistisch ist und die Nachteile einer Monarchie auf der Hand liegen, wird dabei völlig außer acht gelassen. Beides ist sehr unbefriedigend nach sieben Romanen Vorarbeit.

„Die Asche der Welten“ ist ein misslungener Abschluss der „Saga“. Ein verspielter Höhepunkt, ein kitschiges Ende und ein krudes politisches Szenario, das ist das Ende nach einem eher durchschnittlichen Roman. Einziger Lichtblick bleibt, dass die typenhaften Charaktere im Verbund mit schlichten Sätzen für ein hohes Lesetempo sorgen. Die Handlung hingegen ist in „Die Asche der Welten“ unterdurchschnittlich.

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