La Mule du coach (von Dominique Sylvain)

les petits polarsEines Abends steht Alexis Ex-Freundin Heloïse vor seiner Tür, in ihrem Bauch befinden sich viele Kokain Kapseln. Einst hat sie ihn um seine Chirurgenlizenz gebracht, nun muss er die Hilfe eines alten Bekannten in Anspruch nehmen, um sie zu retten. Doch damit hören seine Schwierigkeiten noch nicht auf: Es stellt sich heraus, dass jemand alle Überbringerinnen des Kartell, für das Heloïse arbeitet tötet, um die Kapseln zu entwenden. Scheinbar möchte jemand sein eigenes Kartell aufbauen. Alexis bleibt wenig Zeit, sich selbst und eventuell seine Ex-Freundin aus diesem Gewirr zu befreien.

Diese Krimi-Novelle beginnt relativ harmlos. Nachdem Alexis nicht mehr als Arzt arbeiten kann, verdient er sich seinen Unterhalt als Coach gestresster Menschen. Das erscheint ironisch, hat ihn doch seine Ex-Freundin mit ihrer hyperaktiven Art ins Unglück gestürzt. Nun holt ihn die Vergangenheit ein und bereits nach wenigen Seiten muss der gebeutelte Ex-Arzt befürchten, selbst von dem Drogenkartell oder der Polizei verfolgt zu werde. Ursache dafür ist eine extrem blutige und grausame Szene, die Alexis beobachtet.

Ab diesem Moment ist der Ton der Novelle eher düster. Es ist daher völlig unverständlich, dass Alexis sich ohne irgendeinen Schutz auf die Suche nach den Drogendealern macht, die ein eigenes kleines Kartell gründen möchten. Da er weiß, dass diese Leute in der Lage sind, sechs junge Frauen zu töten, müsste er eigentlich alles tun, um einen Kontakt zu vermeiden. Es ist daher auch lediglich enorm glücklichen Umständen zu verdanken, dass Alexis auf seiner Suche lediglich leicht gefoltert wird und nicht ermordet wird. Doch das Ende hält eine böse Überraschung bereit, die für Heloïse den Tod bedeutet. Dieser Tod ist ein wenig hektisch und arg merkwürdig inszeniert.

Insgesamt macht sich Alexis immer in den falschen Momenten Sorgen und nimmt die tatsächlich schlimmen Ereignisse mit einer sagenhaften emotionalen Gelassenheit hin. Das wirkt selten überzeugend. Die Effizienz mit der er nach der Säuberungsaktion des Kartells aufräumt erscheint äußerst makaber. Doch als wäre dies nicht genug, wartet die Autorin zum Schluss mit einem noch makabreren  Scherz auf.

Das sorgt zwar vor allem aufgrund der ausufernden Gewalt in der Geschichte für viel Spannung, ist jedoch selten wirklich überzeugend. Die vorherigen Novellen der Reihe erschienen in dieser Hinsicht deutlich glaubwürdiger.

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