Entwicklungspolitik (von Paul Kevenhörster und Dirk van den Boom)

entwicklungspolitikDie wissenschaftliche Betrachtung der Entwicklungspolitik ist eine Herausforderung, stellen die Autoren zu Beginn dieser übersichtlichen Einführung fest. Das Feld ist nicht nur mit vielen Emotionen versehen, es biete zudem eine große Anzahl von Weltverbesserungstheorien, aber gleichzeitig nur eine wenig deutscher Literatur zu dem Thema.

Gerade beim letzten Punkt verwundert es, warum der Schwerpunkt anschließend auf deutsche Literatur gelegt wird. Vor allem der Abschnitt über wichtige Periodika in dem Feld hätte gerne um englischsprachige Journals ergänzt werden können.

Ansonsten leisten die Autoren ordentliche Arbeit damit, zunächst das Feld grob einzugrenzen und anschließend die Debatte um den Entwicklungsbegriff sowie die Entwicklungspolitik zu definieren.

Der begrenzte Platz lässt wenig Raum für tiefgehende Betrachtungen. Daher wird vor allem die deutsche Entwicklungszusammenarbeit wie auch die deutschen Akteure in dem Politikfeld betrachtet. Die wichtigsten Probleme der Entwicklungszusammenarbeit, Umrisse einer Evaluation der Projekte sowie ein knapper Ausblick auf die Zukunft schließen sich dem an.

Beinahe fünf Jahre ist das Buch jetzt alt, wodurch die Konzentration auf den Aufbau der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu einem Schwachpunkt des Buches wird. Denn in der Zwischenzeit wurde zumindest das dazugehörige Ministerium unter dem Minister Niebel stark umgebaut.

„Entwicklungspolitik“ bietet auf engem Raum eine griffige Einführung in das Thema. Das Beispiel Deutschland bietet sich an, ist jedoch etwas veraltet. Die Evaluation von Projekten und damit die Möglichkeit zur Erfolgsmessung ist ausführlich vertreten, die Konzentration bei den Zukunftsfragen auf „Partnerschaftsabkommen“ und „Migration“ ist Geschmackssache.

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