Planet für Durchreisende (von Philip K. Dick)

Trent ist auf der Suche nach Menschen. Nach dem Atomkrieg sind die überlebenden Menschen mutiert, um sich an die feindliche Umwelt anzupassen. In Pennsylvania konnten sich Trents Vorfahren jedoch in Bergwerken vor der Strahlung schützen. Doch nun droht die Technik auszufallen, Hilfe wird dringend benötigt. Zu Beginn der Geschichte gehen Trents Sauerstoffvorräte bereits zur Neige. Durch den Hinweis eines Mutantenstammes findet er die Spuren einer vor kurzem verlassenen Menschensiedlung. Seine Hoffnung ist zerstört, er droht zu ersticken. In dem Moment landet ein Raumschiff, das noch Geräte abholen möchte: Die Menschen haben die Erde verlassen, um auf dem Mars und anderen Planeten in einem freundlicheren Umfeld zu leben. Trents Gemeinschaft wird kurz vorm Versagen der Technik gerettet. Die Menschen erkennen, dieser Planet gehört nicht mehr ihnen, sondern den mutierten Menschen.

Wieder einmal wird das Thema „Atomkrieg“ in einer Kurzgeschichte Dicks behandelt. Diesmal ist der Tenor jedoch beinahe positiv. Keine Frage, die Menschheit hat sich selbst vernichtet. Die menschliche Kultur konnte nach dem totalen Zusammenbruch nicht mehr aufrecht erhalten werden. Höchstens kleine Enklaven konnten das Wissen längst vergangener Zeiten bewahren und diese Enklaven sind in Gefahr. Doch der Krieg bedeutete ganz offensichtlich nicht das Ende des Lebens auf der Erde. Im Gegenteil: Den größten Teil neben (für Dick-Verhältnisse) ausufernde Beschreibungen der Umwelt ein. Die meisten Tiere und die überlebenden Menschen haben sich angepasst. Die mutierten Menschen sind Tieren deutlich ähnlicher geworden. Sie verfügen zwar noch über den Vorteil der Sprache, agieren jedoch mehr nach ihren Instinkten und scheinen vor allem keinen Krieg mehr untereinander zu führen. Da sich trotzdem zum Beispiel Käfer- und Wassermenschen nicht gegenseitig essen, scheint es zumindest innerhalb der menschlichen Gemeinschaft eine art friedliche Koexistenz zu geben.

Der Planet hat aber keinen Platz mehr für die nicht veränderten Nachkommen derjenigen, die den Krieg verursacht haben. Sie müssen in Schutzanzügen und viel Aufwand ihr eigenes Überleben auf der Oberfläche sichern. Bereits ein Sturz mit der folgenden Beschädigung des Anzugs kann tödliche Folgen haben. In dieser Situation bleibt den Menschen tatsächlich nur die Flucht von dem Planeten. Das wirkt geradezu beruhigend. Die einzige Gruppe, die noch einmal eine atomare Katastrophe auslösen könnte, verlässt den Planeten. Man könnte aber auch sagen, dass sich die Natur selbst von ihrem instabilsten Element befreit hat.

So bleibt die Aussage dieser post-apokalyptischen Geschichte, dass selbst wenn der Mensch in seiner Dummheit und seiner Gier seine eigene Lebensgrundlage zerstört und den Großteil der bekannten Flora und Fauna mit sich in den Abgrund reißt, das Leben auf der Erde weiter geht, zur Not eben ohne Menschen.

„Planet für Durchreisende“, 1953, erschienen unter anderem in der Anthologie „Variante Zwei“ im Haffmans Verlag.

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