Taming Strange (South Park)

 

Kyles Bruder Ike tritt viel zu früh und vor allem vor Kyle in die Pubertät ein. Anstatt wie früher die Zeit mit seinem Bruder zu genießen, lässt Ike nun nichts unversucht, um Kyle bloß zu stellen. Der Schulpsychologe, gerade damit beschäftigt ein futuristisches Computerprogramm in der Schule zu installieren, weist Kyle auf die kanadische Herkunft seines Bruders hin. Kanadier würden vielleicht eine andere Pubertät durchlaufen. Also informiert sich Kyle über die kanadische Pubertät und stößt dabei auf ein böses Geheimnis des kanadischen Gesundheitssystems.

„Taming Strange“ ist eine hervorragende Episode, die nicht nur unterhaltsam und witzig ist. Anders als viele vorherige Episoden enthält sie zudem eine Reihe unterschiedlicher Themen und spricht nicht nur ein aktuelles Ereignis an.

Am Oberflächlichsten erscheinen die Anspielungen auf Miley Cirus. In Form einer Kinderdarstellerin wird deren Geschichte hier nacherzählt. Anders als Ike wird sie als zu spät eintretende Pubertät interpretiert. Dabei wird der Drang, aus einer Rolle ausbrechen zu wollen, nicht besonders überzeugend thematisiert. Die Szenen sind zwar witzig, hätten aber mehr in die Tiefe gehen können.

Stärker ist die Einführung des Computersystems Intelinks. Mithilfe dieses intelligenten Systems soll die ganze Schule South Parks einfacher zu managen sein. Jeden Termin, den man mit einem Verwaltungsmitarbeiter haben möchte, meldet man zuvor bei Intelink an. Leider funktioniert das System nicht und da es wirklich alles in der Schule regelt, ist es aufgrund vom System geschlossener Fenster häufig dunkel oder die Sprinkleranlage wird sogar ausgelöst. Das unnütze System ist ein gelungenes Beispiel für Technikgläubigkeit, die dazu verleitet, funktionierende für nicht-funktionierende Systeme aufzugeben.

Damit hört diese Geschichte jedoch nicht aus. Kyle findet heraus, dass das kanadische Gesundheitssystem ebenfalls mithilfe dieses neuen Programms organisiert wird. Da die dortige Versicherungslandschaft zentralisiert ist, erhält Ike dank Intelinks die falschen Medikamente, was seine frühzeitige Pubertät auslöst. Dies ist aber nicht nur traditionelles Kanada-Bashing. Mit den Schwierigkeiten der kanadischen Gesundheitsbehörde wird deutlich subtiler als sonst auf die Probleme der neuen staatlichen Krankenversicherung der USA angespielt.

„Taming Strange“ ist eine überzeugende und lustige Episode, die nicht nur aktuelle Ereignisse verarbeitet, sondern mit ihrer Kritik an Zentralismus und Technikgläubigkeit endlich wieder zeitlosere Themen präsentiert.

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