Söhne und Töchter (Deep Space Nine Folge 127)

Inhalt: Worf dient weiterhin auf General Martoks Schiff. Dort treffen fünf neue Rekruten ein. Martok hatte eigentlich fünfzehn geordert, aber auch das klingonische Imperium ist durch den Krieg an den Rand seiner Reserven gebracht worden. Daher sind die Rekruten auch alle etwas zu jung oder zu alt. Worf erkennt unter den Rekruten jedoch seinen Sohn Alexander wieder, den er vor einigen Jahren zu seinen Zieheltern geschickt hat. Alexander hatte nie ein Interesse daran, seinem Vater auf dem Weg des Kriegers zu folgen, dafür wurde er zu sehr in der Föderation sozialisiert. Daher ist Worf sehr erstaunt darüber, dass Alexander nun ein Krieger werden will. Er merkt aber schnell, dass Alexanders Entscheidung vor allem dadurch ausgelöst wurde, dass er sich nie wieder bei ihm gemeldet hat, daher fühlte sich Alexander ungeliebt.
Auf Deep Space Nine trifft Zial von Bajor ein. Sie ist die Tochter Gul Dukats, blieb aber auf der Station, als Dukat sich in den Kampf gegen die Klingonen stürzte. Sie sieht Kira als ihre Ziehmutter an, liebt aber auch ihren Vater. Die beiden Feinde Kira und Dukat müssen miteinander auskommen, möchten sie beide mit Zial verkehren…

Kritik: Die beiden Geschichten der Episode sind gut erzählt. Alexander kämpft darum, als Krieger angesehen zu werden, erntet meist jedoch nur Hohn und Spott. Dem Zuschauer ist nicht ganz klar, was Alexanders wahre Motive sind. Möchte er es tatsächlich aus eigenem Antrieb, möchte er seinem Vater imponieren oder hat er tatsächlich eine Art Todessehnsucht, die er im Kampf gegen die Jem’hadar befriedigen möchte.

Worf versagt jedoch wieder einmal glorreich in seiner Rolle als Vater. Seine klingonischen Verhaltensweisen sorgen für ein direktes Angehen des Themas. Er fragt Alexander, was er will, ignoriert die nicht ganz aufrichtige Antwort und lehrt ihn in der „Kunst“ des Kämpfens. Dabei kritisiert er Alexander wieder permanent, sodass der das Gefühl bekommt, es seinem Vater ja doch nie recht machen zu können.

Leider fiel den Autoren wieder einmal nichts besseres ein, als dass eine Notsituation den Respekt wieder herstellt. Alexander verhält sich dabei zwar unklug und löst aus Versehen eine Türverrigelung aus und sperrt sich selbst ein. Doch er hat Mut bewiesen, was ihn in den Augen seines Vaters als würdig erscheinen lässt. Vater und Sohn versprechen sich beide gegenseitig etwas beizubringen. Worf will Alexander nun vorbehaltslos zum Krieger ausbilden, während Alexander Worf beibringen soll, wie er ein guter Vater wird. Zum Schluss wird Alexander wieder in Worfs Haus aufgenommen. Worf musste schließlich zwischenzeitlich das Haus wechseln und hatte vergessen, Alexander dorthin mitzunehmen.

Gelungener in Geschichte und Auflösung ist die Handlung um Zial. Um Zials Willen beginnt Kira mit Dukat und Zial zu verkehren, dort regelmäßig vorbeizuschauen und zu essen. Zial macht in ihrer Malkunst große Fortschritte und Kira und Dukat werden nicht müde, sie dafür zu loben.

Doch Kira plant gleichzeitig eine Widerstandszelle gegen Zials Vater. Obwohl Dukat bisher noch keinem Bajoraner geschadet hat, weil ihn das Dominion daran hindert, kann Kira mit ihm nicht auf einen Nenner kommen. Für eine Weile wirkt es zwar so, als würden sich beide gemeinsam um Ziral kümmern können, doch je näher Dukat Kira kommt, desto ablehnender wird sie. Sie bricht endgültig mit Dukat, als er ihr ein Kleid zukommen lässt. Das Kleid ist zwar stilvoll und schön, aber es sorgt dafür, dass sich Kira endgültig von Dukat distanziert.

Das Ende dieser Geschichte ist nicht ganz eindeutig. Möchte Kira jetzt weiterhin mit Zial in Kontakt bleiben, nur ohne Dukats Anwesenheit. Oder legt Kira nahe, bei Dukat zu bleiben, weil er ihr Vater sei, sie aber zu vergessen. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Handlungsstrang wieder aufgegriffen wird. Denn in dieser Episode überzeugt er, da man sowohl Dukat als auch Kira die Liebe zu Zial abnimmt und es teilweise wirklich so wirkt, als könnten die drei eine kleine Familie (ohne Liebe zwischen den Eltern) werden.

Nicht ganz verständlich ist die Verhaltensweise von Dukat. Mal wirkt er wie ein freundlicher Cardassianer, dem seine Tochter wirklich etwas bedeutet, mal wie der schlimme Diktator, der er eigentlich ist. Es ist auch nicht ganz verständlich, warum Dukat eigentlich die ganze Zeit auf der Station sein kann. Zwar wird in dieser Episode gezeigt, dass er wohl mal wieder in cardassianischem Territorium war, aber mittlerweile ist er ja der Anführer seines Volkes und müsste eigentlich häufiger unter Cardassianern weilen.

Dukats Motive hinsichtlich Kira und auch hinsichtlich der Bajoraner sind nicht ganz klar. Möchte er sie nun versklaven oder im Dominion friedlich mit ihnen koexistieren. Beide Varianten würden den Bajoranern zwar nicht gefallen, weil ihnen Freiheitsrechte genommen würden, aber die zweite spräche dafür, dass Dukat sich gebessert hätte.

Eine Schwäche hat die Episode jedoch. In Quarks Bar wird gleich am Anfang lautstark über die geplante Widerstandszelle geredet. Das ist dämlich. Denn wenn Gerüchte zu Kira und Odo durchdringen, dann können sie auch das Dominion erreichen. So etwas bespricht man einfach nicht öffentlich in einer Bar, in der am Nachbartisch gelauscht werden könnte. Auf so eine Weise dürfte die Widerstandszelle nicht lange Bestand haben.

„Söhne und Töchter“ ist eine unterhaltsame Episode, bei der wieder einmal die Handlung auf der besetzten Raumstation Deep Space Nine mehr überzeugt. Die Klingonenhandlung ist zwar auch nicht schlecht, doch verharren Klingonen immer stark in Stereotypen. Die einzige wirkliche Schwäche der sonst sehr gelungenen Episode ist jedoch das Verhalten der Widerstandszelle, das einfach lebensgefährlich und damit unglaubwürdig ist. 3,5 von 5.

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