Hinter den Linien (Deep Space Nine Folge 128)

Inhalt: Sisko wird aufgrund seiner guten Leistungen befördert. Das bedeutet allerdings auch, dass er nicht mehr das Kommando über die Defiant hat. Er muss daher mit ansehen, wie die Defiant eine von ihm geplante Mission ohne ihn durchführt. Und er merkt, dass er damit nicht gut umgehen kann…
Auf Deep Space Nine haben die Cardassianer mit dem Dominion mittlerweile einen Weg gefunden, das Minenfeld abzubauen. Kiras Widerstandszelle bekommt davon Wind und plant einen Sabotageakt, um den Abbau des Minenfelds zu verhindern. Doch Odo bekommt zur selben Zeit Besuch von einer Gründerin. Und dadurch ist er sehr abgelenkt…

Kritik: Diese Episode wirkt beim Sehen etwas merkwürdig, weil sie lediglich der Beginn zweier Handlungen ist, ohne dabei aber Teil eines Mehrteilers zu sein. In anderen Serien ist so etwas normal, weil sie sowieso eine ständig aufbauende Handlung verfolgen. Für „Star Trek“ ist das aber eher untypisch. Dennoch ist die Episode nicht schlecht.

Sie beginnt mit dem ersten erfolgreichen Akt der Widerstandsgruppe. Er säht Zwist zwischen den Cardassianern und dem Dominion. Eigentlich wäre das ein Erfolg, doch bei der Aktion sterben mehrere Wesen. Odo hatte den Plan daher von vornherein abgelehnt. Da Kira die Aktion dennoch durchgeführt hat, baut sich zwischen den beiden etwas Misstrauen auf. Kira zweifelt völlig ohne Grund Odos Loyalität an. Der Grund stellt sich jedoch von selbst ein, als eine Gründerin Kontakt zu Odo aufnimmt. Sie verhält sich sehr verständnisvoll und überzeugt ihn davon, mit ihr eine Verbindung einzugehen. Odo gelingt es zwar, die Informationen über die Widerstandszelle zurückzuhalten, doch dabei vergisst er seine Arbeit für die Widerstandszelle.

Das wiederum lässt den Sabotageplan scheitern. Kira, die Odo schon im Vorfeld der Illoyalität bezichtigt hat, ist natürlich außer sich. Durch ihre Wut und ihr Unverständnis für Odos Wunsch nach der Erkundung seiner Herkunft reagiert sie genau so wie die Gründerin es vorhergesehen hat. Daher muss Odo ihr zuletzt auch sagen, dass er sich in Zukunft wie ein Gründer und Formwandler verhalten wird und dass Kira das nicht verstehen kann. Die Widerstandszelle verliert dadurch ihr vielleicht wichtigstes Mitglied, die Freundschaft zwischen Kira und Odo scheint zerstört und Rom ist ein Gefangener des Dominion.

Das Scheitern der Widerstandszelle ist eigentlich eine gute Sache. Denn es war schon lange unrealistisch, dass Kira auf so offensichtliche Weise das Dominion hintergehen konnte. Es ist jedoch schade, dass es durch die Unachtsamkeit beziehungsweise den indirekten Verrat Odos erfolgen musste. Denn Odo traut man so etwas eigentlich nicht zu. Die Begründung, dass er sich nach seiner Herkunft sehnt, überzeugt auch nur teilweise. Denn die Gründerin ist zwar sehr freundlich und zuvorkommend zu Odo, aber ihm müsste klar sein, dass sie keine guten Absichten verfolgen kann. Das sollten ihm seine bisherigen Erfahrungen mit den Gründern gezeigt haben.

Die Handlung um Siskos Beförderung ist etwas stereotyp, aber nur weil sie seitdem schon in zig „Star Trek“-Romanen ausgeschlachtet wurde. In der TV-Episode war sie wahrscheinlich noch relativ aktuell. Die Handlung zeigt jedoch mal wieder, wie viel Stagnation es doch in den „Star Trek“-Serien gibt. Zwar werden immer mal wieder Personen befördert, aber sie verlassen im seltensten Fall ihren Posten. Auch Sisko wird sicherlich nach kurzer Zeit wieder auf ein Schiffkommando oder – noch wahrscheinlicher – nach Deep Space Nine zurückkehren. Hier wünscht man sich manchmal mehr Mut zur Veränderung.

Obwohl beide Handlungen eine Schattenseite haben, ist die Episode doch spannend. Schließlich läuft der Krieg im Hintergrund weiter und das Minenfeld ist der Schlüssel zu diesem Krieg. Sollte es dem Dominion gelingen, es zu durchbrechen, wäre der Krieg für die Föderation und die Klingonen verloren. Odos Verhalten ist daher sehr fahrlässig und gefährlich. Das Ende, das ihn eher auf Seiten der Gründer verorten lässt, sorgt nach einer spannenden Episode für einen gelungenen Cliffhangar. 4,5 von 5 Punkten.

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