Glanz des Ruhms (Deep Space Nine Folge 121)

Inhalt: Über General Martok erfährt die Föderation von einem Maquis-Angriff auf Cardassia. Mithilfe getarnter, klingonischer Langstreckenraketen wollen sich die verbliebenen Maquis-Truppen bei den Cardassianern und deren Verbündetem, dem Dominion, für die Zerschlagung des Maquis rächen. Sisko muss das verhindern, denn das Dominion unterscheidet nicht zwischen Maquis und Föderation. Ein solcher Angriff würde einen Krieg zwischen dem Dominion und der Föderation entstehen lassen. Die einzige Person, die Sisko helfen kann, die übrig gebliebenen Maquis zu finden, ist Eddington. Dieser Offizier betrog Sisko einst, weswegen Sisko ebenfalls eine Art Rachefeldzug gegen ihn startete. Daher ist es für Sisko schwierig, Eddington zur Kooperation zu bewegen…

Kritik: Es ist etwas merkwürdig, dass der Maquis zerschlagen wurde. Das Dominion scheint kurz nach dem Vasallenvertrag mit Cardassia losgezogen zu sein und den Maquis abgeschlachtet zu haben. Davon hat man sonst in der Serie kaum etwas mitbekommen. Das ist schade, denn so haben die Autoren die Chance verschwendet, eine dramatische Geschichte zu erzählen. Denn der Maquis war zwar eine terroristische Vereinigung, doch kämpften seine Mitglieder letztendlich nur dafür, auf ihren Heimatplaneten weiterhin in Freiheit leben zu dürfen.

Die Episode selbst ist ganz gut gemacht. Zum ersten Mal sieht man eine „richtige“ Sternenbasis in „Deep Space Nine“. Leider wird vom Inneren lediglich Eddingtons Zelle gezeigt. Eddington wirkt in seiner ablehnenden Haltung Sisko gegenüber recht authentisch. Der Hass auf Sisko ist offensichtlich. Denn Eddington gibt Sisko die Schuld am Untergang des Maquis. In seiner selbstüberhöhten Art glaubt er nämlich, dass der Maquis unter seiner Führung gesiegt hätte.

Es ist wieder einmal unverständlich, dass Sisko alleine mit Eddington in die Badlands fliegt. Diesmal wird diese Merkwürdigkeit wenigstens von Kira einmal angesprochen. Dennoch lässt sich Sisko davon nicht abhalten. Dabei ist es höchst unvernünftig, dass ein Sternenflotten-Captain alleine mit einem Gefangenen in feindliches Territorium fliegt.

Die Maquis-Basis, von der die Raketen gestartet werden sollen, ist dann auch schon von Jem’hadar-Kriegern des Dominion besetzt. Und die freuen sich natürlich nur mäßig über den Besuch. Doch es stellt sich auch heraus, dass Sisko in eine Falle gelockt wurde. Es gibt gar keine Langstreckenraketen mehr. Die ganze Aktion wurde nur initiiert, damit ein Shuttle kommt und die noch überlebenden Maquis-Kämpfern rettet.

Dabei sind zwei Dinge sehr unlogisch. Einmal ist es immer wieder verwunderlich, wie viele Menschen doch in ein Shuttle passen. Diesmal kann Sisko alle überlebenden Widerstandskämpfer transportieren. Das ist höchst merkwürdig, schließlich wirken die Shuttle sonst doch eher klein.
Außerdem ist die Erklärung, dass einige Maquis am Leben gelassen wurden unlogisch. Die Jem’hadar planten die Menschen als Geschenk an die Cardassianer zu liefern. Da stellt sich jedoch zunächst die Frage, wie man die Maquis entwaffnet hat, denn bei weitem nicht alle tragen Schussverletzungen und zweitens warum die fanatischen Maquis das mit sich haben machen lassen. Wussten sie schon das es zwecklos ist und haben sich deswegen gefangen nehmen lassen? Dem widerspricht, dass die Jem’hadar eigentlich keine Gefangenen nehmen und die Maquis somit mit dem Tod hätten rechnen müssen.

Zum Schluss muss sich Eddington heldenhaft aufopfern. Das ist etwas stereotyp, entspricht aber letztendlich ganz dem Wunsch des abtrünnigen Sternenflotten-Offiziers, endlich einmal ein Held zu sein.

In einer amüsanten Nebenhandlung versucht Nog, der nun ein Kadett ist, sich den Respekt der Klingonen zu erarbeiten. Er ist zutiefst verletzt, dass die Klingonen ihn ignorieren und keine seiner Anweisungen befolgen. Bevor Sisko die Station verlässt, rät er Nog die Klingonen so zu behandeln wie sie sich untereinander behandeln. Das ist natürlich eine witzige Vorstellung, dass der kleine Ferengi Nog sich mit einem ausgewachsenen Klingonen-Krieger prügelt. Nog gelingt es dennoch, sich Respekt zu verschaffen.

„Glanz des Ruhms“ ist eine unterhaltsame Folge, die jedoch an einigen Logiklöchern krankt. Ohne die merkwürdige Auflösung des Maquis und den stereotypen Tod Eddingtons wäre die Episode klasse. So bleibt sie knapp sehr gut. 4 von 5 Punkten.

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