Security (South Park)

Nach einem Sex-Rollenspiel seiner Eltern denkt Kyles kleiner Bruder, dass der UPS-Lieferjunge mit seiner Mutter geschlafen hat. Er ist darüber sehr unglücklich und erzählt das Kyle. Kyle wiederum vertraut sich, mit der Bitte um höchste Verschwiegenheit, seinen Freunden an. Just in diesem Moment hört aber Stans Vater Randy, was die Kinder reden. Kurz darauf haben alle Herren der Kleinstadt South Park, mit Ausnahme von Kyles Vater, Angst, dass ihre Frau eine Affäre mit dem Amazon-Pakete liefernden UPS-Mann haben könnte. Da trifft es sich gut, dass ein alter Bewohner der Stadt eine Parallele zu vergangenen Ereignissen ziehen kann. Vor vielen Jahren hätte man aufgehört Milch in Läden zu kaufen und sie sich zuschicken lassen. Damals hätte der Milchmann die Frauen ebenfalls verführt, während die Männer auf Arbeit waren. Die einzige Lösung war das überraschende Verschwinden des Milchmannes. Das soll nun auch mit dem UPS-Mann geschehen.

„Security“ stellt auf äußerst unterhaltsame Art dar, wie ein Missverständnis in einer Kleinstadt tragische Dinge auslösen kann. Einmal mehr ist es beeindruckend, wie schnell sich die Nachricht im fiktiven South Park verbreitet. Denn die Geschwindigkeit wirkt keinesfalls erfunden, sondern erschreckend realistisch. Die Lösung des (gar nicht existenten) Problems ist herrlich absurd. Zumal die Herren der Stadt zunächst versuchen, den UPS-Mann dadurch zu verschrecken, in dem sie ihn verprügeln und dabei „Bane“-Masken tragen, sich also als der Bösewicht des letzten Batman-Filmes verkleiden. Das ist sehr unterhaltsam.

Als Nebenhandlung taucht eine Security-Firma auf, die mit ausgeklügelten Alarm-System viel Geld macht. Im Laufe der Episode stellt sich heraus, dass diese Systeme gar nicht besonders sicher sind. Sie piepen zwar rasch, der darauf folgende Anruf der Sicherheitsfirma bringt jedoch gar nichts. Ein Handy, mit dem man die Polizei rufen kann, würde dieselbe Leistung bringen. Denn anstatt automatisch einen Notruf auszulösen, wird erst umständlich gefragt, ob alles in Ordnung ist. Wenn diese Frage bejaht wird, gibt sich die Sicherheitsfirma sofort zufrieden. Würde tatsächlich ein Verbrechen geschehen, hätte das teure System keinerlei Vorteile. Nichtsdestotrotz lassen sich alle Bewohner South Parks immer neuere Sicherheitssysteme aufschwatzen.

Die Episode karikiert einmal mehr das Kleinstadtleben und nimmt dabei aber auch die zunehmende Abhängigkeit kleinerer Orte von Amazon-Lieferungen aufs Korn. Denn je mehr örtliche Kleinläden aufgrund der Internet-Konkurrenz aufgeben, desto alternativloser werden die Online-Angebote. Eine Lösung, die UPS-Lieferungen zu umgehen, ist das Aufsuchen stationärer Läden. Das wird zunächst tatsächlich versucht, rasch aber wieder aufgegeben. Die Abhängigkeit vom Internet auch außerhalb der Kommunikations- und Informationssphäre wird in der Episode noch einmal sehr schön dargestellt.

Gleichzeitig wird die Paranoia der South Park-Bewohner gut dargestellt. Außerdem wird der Sicherheitswahn, der in den Vereinigten Staaten vorherrscht gelungen karikiert. Das man viel, viel Geld für absolut unsinnige und unsichere Systeme aufwendet, kann wohl nur dort geschehen, wo die Verbrechensrate nicht übermäßig hoch ist und man dennoch das Gefühl hat, in Lebensgefahr zu sein. Denn ansonsten würde man sich entweder einen wirklich sicheren Schutz besorgen oder es schlicht sein lassen.

„Security“ ist eine gelungene „South Park“-Folge, die Absurditäten des Alltags (Gerüchte und Paranoia) aufgreift und auf witzige Art und Weise übersteigert.

Die Episode kann man auf der Homepage der Serie angucken.

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