Bartlet’s Third State Of The Union (West Wing Folge 35)

Inhalt: Präsident Bartlet hält seine dritte „State Of The Union“-Rede. Gleich danach schwirren seine Mitarbeiter aus, um vor der Presse zu erläutern, wie toll diese Rede doch war. Während Josh die Umfragen nach der Rede überwacht, muss Leo mit einer Geiselkrise in Südamerika umgehen. Der Präsident muss derweil feststellen, dass gerade seine Frau überhaupt nicht begeistert von der Rede ist…

Kritik: Bartlets Rede, so stellt sich im Verlauf der Episode heraus, ist so etwas wie eine Bewerbung um eine zweite Amtszeit. Schon in seinem dritten Jahr macht er deutlich, dass er weiter machen möchte. In dieser Folge erfährt der Zuschauer, dass es zwischen Bartlet und seiner Frau eine Art Abmachung gab: Nur eine Amtszeit. Verständlich, dass die Frau des Präsidenten nun nicht besonders glücklich ist.

Ansonsten ist die Episode sehr gelungen, da man beinahe jedes Team-Mitglied in einer Diskussion mit Republikanern erleben kann. Diese Konfrontation mit dem „politischen Feind“ kommt in der Serie manchmal ein wenig zu kurz. Auch Ashley Heyes die republikanische Angestellte im Weißen Haus bekommt mal wieder einen Auftritt, der erfrischend und witzig wirkt. Leider artet er zum Schluss ein wenig zu sehr in Slapstick aus. Wobei man trotz der Surrealität lachen kann.

Josh und seine Ungeduld beim Warten auf die Umfrageergebnisse ist ebenfalls nett anzugucken. Vor allem die Chemie zwischen der taubstummen Umfragenleiterin und ihm sorgt dafür, dass dieser Teil interessant bleibt.

Die Krise in Südamerika hängt während eines Großteils der Folge über dem Geschehen. Außerdem muss CJ mit einem Polizisten reden, dessen Verhalten Bartlet als vorbildlich bezeichnet hat. Das Problem ist nur, dass er vor einigen Jahren eines Amtsvergehens beschuldigt wurde. Er wurde zwar frei gesprochen, aber der Makel bleibt haften. CJ muss dies an die Öffentlichkeit tragen und den Polizisten damit bloßstellen. Zum Schluss ruft die Situation in Südamerika auch sie weg, just in dem Moment als ein Journalist ihr droht mit der „Polizisten-Situation“ an die Öffentlichkeit zu gehen. Was aus diesem kleinen Drama wird, bleibt zum Schluss eben so offen, wie die Geiselsituation in Südamerika.

„Bartlet’s third State Of The Union“ beginnt dort wo andere Episoden aufhören: Nach der Rede. Das ist erfrischend und interessant. Die Idee, auch mal in eine laufenden Staffel einen Zweiteiler mit einem deutlichen Cliffhangar zu machen, ist gelungen. Lediglich einige Humorübertreibungen, die sonst in „The West Wing“ nicht geschehen schmälern diese Episode: 4,5 von 5 Punkten.

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